Umweltbewusstes und schonendes Verhalten in den Bergen

Die Gebirge dieser Welt sind in der Regel fantastische Natur- und Kulturräume, die gern von Naturfreunden besucht werden. Aufgrund verschiedener Faktoren ist das Ökosystem hier aber besonders empfindlich. Dazu gehört z.b., dass die Vegetation mit der Kälte, einer kurzen Vegetationsperiode und Trockenheit kämpfen muss. Oder dass aufgrund der Steilheit des Geländes, der häufigen Frostwechsel, der starken Einstrahlung, der Vereisung und der Niederschlagsverhältnisse eine hohe Erosionsrate zu finden ist. Wie sollte man sich hier naturschonend verhalten? Ein paar Anregungen …

Auf den Wegen bleiben!
Möglichst auf den Wegen bleiben!

Der Druck ist hoch

Schauen wir uns die Alpen an. Hier suchen in jedem Jahr ca 120 Millionen Urlaubsgäste die idyllische Natur. Viele davon sind Bergwanderer und Bergsteiger. Damit die Vegetation, die Böden, die Tierwelt und die Kulturlandschaft möglichst gut erhalten bleiben, sollten sich die Alpen-Besucher möglichst umweltschonend verhalten. Hier ein paar Hinweise, wie das aussehen kann:

Umweltbewusstes Verhalten beginnt bei der Anreise

Schon bei der Anreise kann der Gast darauf achten, öffentliche Verkehrsmittel statt den eigenen PKW zu benutzen. Das reduziert nicht nur die Luftverschmutzung, sondern nimmt auch den Druck von den örtlichen Entscheidern, die sonst noch mehr Parkplätze und Parkhäuser bauen müssen.

Kommt man doch mit dem Auto, so sollte man das möglichst weit unten im Tal auf einem Parkplatz abstellen. Das Parken an Wegesrändern oder Wiesen stört nicht nur den Almbauern, sondern zerstört auch die Wegränder und die dortige Artenvielfalt.

Viele Startpunkte sind gut mit dem Bus oder Zug erreichbar.
Viele Startpunkte sind gut mit dem Bus oder Zug erreichbar.

Auf den Wegen bleiben

Beim Wandern und Bergsteigen sollte man immer auf den Wegen bleiben – solange man nicht oberhalb der Vegetationszonen unterwegs ist. Sonst zertritt man sehr empfindliche Pflanzen, die häufig Jahrzehnte brauchen, um nur wenige Zentimeter wachsen zu können. Außerdem fördert das Querfeldeingehen die Erosion, und die kann im Extremfall nach Regenfällen große Muren bis in die Täler schütten. Ist erst mal eine Trittspur entstanden, wird diese durch Wind, Nadeleis und abließendes Wasser weiter vergrößert und kann zu einer tiefen Rinne mutieren.

Auch das Lostreten von lockeren Steinen fördert die Erosion und gefährdet zudem noch andere Bergwanderer. So gehört Steinschlag zu den größten Gefahren für Bergsteiger im Hochgebirge.

Auch die Wildtiere werden es Ihnen danken, wenn sie deren Ruhe nicht stören. Einige Arten sind vom Aussterben bedroht, nur weil der Mensch ihre Ruhezonen stört. Dazu unten mehr …

Ist man auf Weiden unterwegs, sollte man immer die Viehgatter schließen. Kühe, die ausbüchsen, müssen oft lange gesucht werden. Außerdem können Sie in der Natur Schäden anrichten, oder selbst durch Absturz zu Tode kommen. Übrigens nehmen Unfälle mit Weidevieh in den Alpen zu. Man sollte immer einen guten Abstand zur Almkuh oder zum Pferd halten.

Abstand vom Almvieh!
Abstand vom Almvieh!

Take nothing but fotos …

Gebirgsblumen sollte man nicht pflücken. Sie verwelken sowieso sehr schnell. Auch das Ausgraben für den eigenen Garten macht wenig Sinn, da die Alpenblumen an anderen Standorten häufig nicht überleben können. Durch das Pflücken der Charakterpflanze Edelweiß ist diese in den Alpen stark bedroht. Vor der Erfindung der Bergromantik gab es in den Alpen ganze Wiesen voll davon …

… and leave nothing like footprints

Früher war es eine Binsenweisheit, dass man seinen Müll wieder mit ins Tal genommen hat. Ist man heute in den Bergen unterwegs, dann merkt man, dass das keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Im besten Falle wird der Hüttenwirt gefragt, ob er den Müll entgegennimmt. Meist erntet man von dem dann nur einen bissigen Spruch, und hat sich als unwissender Städter entlarvt. Der Merksatz heißt: Was man herauf getragen hat, kann man auch wieder mit hinunter nehmen.

Empfindliche Tierwelt: Ruhig verhalten und Abstand wahren!

Viele Wildtiere haben sich in den belebten Gegenden der Alpen oft schon an den Menschen gewöhnt. Auf normales Verhalten eines Wanderers reagieren sie oft ohne Stress. Anschleichen, flüstern oder das Verjagen von Tieren sollte unterbleiben, damit diese nicht unnötig unter Stress gesetzt werden.

Besonders im Winter ist dies wichtig. Müssen die Tiere im tiefen Schnee fliehen, kostet das unheimlich viel Energie. Gleichzeitig können Sie unter dem Schnee im Winter nur wenig Nahrung finden, die den Energiehaushalt wieder ausgleichen würde.

Mittlerweile sind im Winter viele Gebiete im Alpenraum vor Betreten geschützt. Der Wanderer, Schneeschuhgeher oder Skibergsteiger sollte sich vorher über solche Gebiete informieren. Dies sind oft die letzten und wenigen Rückzugsgebiete von Raufußhühner, die im Winter überhaupt keine Störungen vertragen können. In den Alpenvereinskarten z.B. sind diese Gebiete eingezeichnet.

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