Mikroplastik vermeiden

Die Kleidung von Wanderern und Bergsteigern besteht zum großen Teil aus Kunststoffen. Das macht auch Sinn, denn ihre Eigenschaften wie Feuchtigkeitstransport, schnelles Trocknen, geringes Gewicht und Pflegeleichtigkeit kommen dem Bergsteiger draußen zugute. Leider entsteht durch Abrieb am Berg und beim Waschen auch aus dem Fleecepullover oder der GoreTex-Jacke feines Mikroplastik, das die Umwelt belastet.

Diese Teile des Mikroplastik, die kleiner sind als 5 mm Durchmesser, geraten vor allem beim Waschen ins Abwasser. Kläranlagen können die kleinen Teilchen aber nicht komplett herausfiltern und so wird Mikroplastik in Flüsse und Meere transportiert. Meeresbewohner wie Fische oder Krebse nehmen die kleinen Plastikteilchen mit ihrer Nahrung auf. Über die Nahrungskette gelangen sie dann in immer größere Fische und Meeressäuger. In Form von Fischstäbchen, Shrimps, Fischfilet oder Paella landen sie zum Schluss auf dem Teller des Menschen und werden von ihm gegessen.

Nicht zu heiß waschen, nicht zu lange, nicht schleudern ... das vermeidet Mikroplastik.
Nicht zu heiß waschen, nicht zu lange, nicht schleudern … das vermeidet Mikroplastik.

Mikroplastik vermeiden

Es gibt aber ein paar Tipps, wie man die Menge an Mikroplastik, die beim Waschen von der Kleidung abgesondert wird, begrenzen kann.

Zuerst sollte man die Outdoor Kleidung möglichst selten waschen. Häufig reicht ein intensives Lüften, um Oberbekleidung wieder benutzen zu können.

Beim Waschen sollte die Temperatur nicht zu hoch sein und der Waschgang nicht zu lang. Hitze schädigt die Fasern sehr stark, von daher sollten kurze schonende Waschgänge bei 30 Grad reichen.

Harte Gegenstände wie Schuhe sollte nicht zusammen mit Kunststoff-Kleidung gewaschen werden, da sie die mechanische Belastung und damit den Abrieb erhöhen. Und auch harte Textilien wie Jeans oder Applikationen wie Nieten sollten getrennt von weicher Funktions-Kleidung wie Fleece gewaschen werden.

Auch die Hardware hat Einfluss

Auch das Modell der Waschmaschine spielt für den Abrieb eine Rolle. Frontlader beanspruchen die Fasern weniger stark als Toplader. Der Abrieb wird verringert, wenn die Trommeln gut gefüllt sind.

Das Schleudern trägt einen großen Teil zur Mikroplastik-Entstehung bei, deshalb sollte nur kurz geschleudert werden oder gar nicht. Oft ist das Schleudern bei Outdoorkleidung auch gar nicht nötig, da die Stücke ja sowieso sehr schnell trocken sind. Wenn man sie auf die Leine hängt, läuft das Wasser förmlich aus ihnen heraus. Von daher brauchen die Wander-Klamotten keinen Trockner. Dann hält die Kleidung auch länger und der Abrieb bleibt geringer. Eine Ausnahme mache ich, wenn ich bei Regenkleidung die Imprägnierung wieder aktivieren will. Das klappt im Trockner ganz gut.

Bei der Wahl des Waschmittels sollte man auf ökologische und ph-neutrale Mittel zurückgreifen, in denen keine sog. Abrasive (das sind Schleifmittel), Bleichmittel oder Weichspüler enthalten sind.

Und dann gibt es noch den sogenannten Guppy Friend. Das ist ein Waschbeutel, in den man die Kleidung vor dem Waschen hinein packt. Er verhindert starken Abrieb in der Waschmaschine und sammelt die Fasern in seinem Gewebe. Diese kann man dann später ordentlich zum Recycling entsorgen.

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