Bericht Bergwandern Dolomiten, Tage 9 & 10, Weisshorn und Abreise

Nach dem fantastischen Bergwandern auf Panoramawegen im Rosengarten kann es kaum noch besser werden. Aber auch die Tour auf das Weisshorn ist ein tolles Erlebnis, nicht nur, weil wir hier in der schönsten Alm der Region einkehren können.

Tag 9: Das Weisshorn, die Bletterbachschlucht und die Gurndin-Alm am Jochgrimm Pass

Heute starten wir wieder um 9 Uhr, denn die Tour ist im Vergleich zu den Wanderungen der letzten Tage relativ kurz. Graziano bringt uns in einer halben Stunde hinauf zum Passo Lavazè. Die Wanderer steigen aus und der Busfahrer wirft sich in seine Sportklamotten, den wir auch heute wieder joggend unterwegs treffen.

Wir aber wandern deutlich gemächlicher vom verfallenen Hotel Lavazè los. Unter den Bahnen der Skiroller-Routen hindurch fädeln wir auf einen breiten Forstweg ein. Zuerst wandern wir im Wald, begleitet von einem munteren Bächlein, später dann im Windbruch-Gebiet. 2018 hat ein heftiger Sturm im gesamten Trentino und in Südtirol für enorme Waldschäden gesorgt. Diese waren auf der gesamten Reise immer wieder zu sehen.

Dafür haben wir von dieser Route jetzt tolle Aussichten auf die Bergketten. Deutlich können wir den Rosengarten erkennen und unsere gestrige Wanderroute von der Kölner Hütte bis zum Südzipfel des Rosengartens nachvollziehen. Rechts davon ragt das Latemar-Massiv auf, im Norden und im Westen grüßen aus etwas weiterer Entfernung wieder der Ortler und die zentrale Alpenkette mit Ötztaler, Stubaier und Zillertaler Alpen.

Lamas an der Auerleger Alm
Lamas an der Auerleger Alm

Nach einer langen, stetigen Steigung erreichen wir die Auerleger Alm, wo uns Lamas und Alpakas begrüßen. Von hier aus folgen wir dem Waldweg zum Jochgrimm Pass, einem kleinen Skigebiet mit zwei großen Hotels.

Nun nimmt die Steigung zu. Durch Almwiesen, durch den Latschen-Gürtel und später durch felsiges Gelände führt die Route über unendlich viele Stufen bergauf. Hinter der zweiten Abzweigung zur Gurndinalm lassen wir uns zwischen den Latschen zur Mittagspause nieder.

Auf dem Weisshorn
Rundumblick vom Weisshorn

Anschließend steigt eine Gruppe direkt zur Gurndinalm ab, der andere Teil folgt Andreas hinauf auf den Gipfel des Weisshorn. Auch von oben sind die Aussichten wieder fantastisch. Da das Weisshorn ein beliebter, einfacher Gipfel ist, sind wir hier oben nicht allein. Aber das Gipfelplateau ist groß genug, sodass man sich nicht gegenseitig auf den Füßen steht.

Nach einem Rundblick und ein paar Fotos mit dem Gipfelkreuz des Weisshorn machen wir uns auf den Rückweg. Wenige Meter auf derselben Route hinunter, dann biegen wir auf einen abenteuerlichen Pfad nach Westen ab. Von hier an begegnet uns bis zur Gurndinalm niemand mehr.

Abstieg vom Weisshorn
Abstieg vom Weisshorn

Anfangs müssen wir über ein paar größere Felsen klettern, später windet sich der Pfad in Serpentinen durch den Latschen-Gürtel hinab. Eine ganze Weile verläuft die Route unmittelbar am Rand der tiefen Bletterbachschlucht, die sich in die Hänge des Weisshorn schneidet. Die freigelegten Gesteinsschichten erinnern an den Grand Canyon.

Die Bletterbachschlucht
Die Bletterbachschlucht

Hinter der Schlucht taucht der Weg wieder in den Waldgürtel ein und mündet bald auf den Almwiesen der Gurndinalm. Die letzten Meter auf der Zufahrtsstraße, dann haben wir die Alm erreicht. Hier treffen wir alle wieder zusammen und auch die Weisshorn-Besteiger haben noch Gelegenheit, diese schöne Alm zu genießen. Die riesige Terrasse ist mit rustikalen Tischen und Bänken bestückt. Auf der Wiese steht bunt verteilt eine riesige Armee von Liegestühlen. In den Innenräumen der Gurndinalm könnte man einen Heimatfilm drehen, der im 19. Jahrhundert spielt. Spätestens hier werden von vielen die Strauben probiert, eine Südtiroler Spezialität, die geschmacklich an Kaiserschmarrn erinnert, optisch aber an die spanischen Churros.

Idylle pur: Die Gurndinalm
Idylle pur: Die Gurndinalm

Eine gute Stunde später machen wir uns dann auf den kurzen Rückweg zum Bus, den wir nach einer knappen halben Stunde erreicht haben. Hier schenkt Graziano zum Abschied Limoncello und Zirbenschnaps aus. Dann steigen wir zum letzten Mal in seinen Bus und erreichen heute schon gegen 16 Uhr das Hotel. So ist noch Zeit zum Packen und zum Einkaufen Trentiner Spezialitäten als Mitbringsel für die heimischen Blumengießer oder den eigenen Kühlschrank.

Später treffen wir uns auf der Hotelterrasse wieder zu einer letzten Besprechung und genießen anschließend das letzte Abendessen in einem Hotel, dass man sich kaum besser für eine Wanderreise wünschen kann.

Hier der Link zum GPS-Track, der Karte und dem Profil der Weißhorn-Tour.

Tag 10: Abreise

Heute bricht der letzte Tag an – für einige früher und für andere etwas später. Die lange Rückreise zwingt manche zu einem frühen Aufbruch. Andere bleiben noch ein paar Tage in der Region und können es gemütlicher angehen lassen.

Im Abschied schminkt etwas Wehmut mit, aber auch die Freude über eine rundum gelungene Wanderreise in den Dolomiten. Die Gruppe war toll, das Hotel super, das Wetter prima und die Wanderungen waren eindrucksvoll und erlebnisreich. Und der eine oder die andere plant ja auch schon die nächste Wanderreise mit Andreas

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