Bericht Wanderreise Seefeld Teil 1

Im Juli trifft sich eine Wandergruppe in Seefeld, um in den folgenden Tagen die Umgebung des Tiroler Urlaubsortes auf Schusters Rappen zu erleben.

Erster Tag: Anreise nach Seefeld und erstes Treffen

Die Anreise erfolgt an einem Regentag. Um 18 Uhr trifft sich in die Wandergruppe im Hotel Olympia in Seefeld. Der Reiseleiter Andreas gibt erste Informationen über den Ablauf der Woche, anschließend geht es zum gemeinsamen Abendessen.

Heute kreisen viele Gespräche um die Überschwemmungen, die es in den letzten Tagen in vielen Teilen Deutschlands gegeben hat. In der Nacht regnet es auch hier in Tirol kräftig.

Tag 2: Über Brunschkopf, Wildmoossee und Wildsee nach Seefeld zurück

Der Wetterbericht prognostiziert, das der Regen im Laufe des Vormittags weniger wird. So starten wir um 10 Uhr in der Hoffnung, dass der Nieselregen nach und nach aufhört. Zuerst geht es durch den Ortskern von Seefeld und an der Kirche St. Oswald vorbei. Hier erfahren wir etwas über die Geschichte in der Stadt, speziell ihre Rolle als wichtige Handelsstadt und als Pilgerziel im Mittelalter.

Am Ortsende beginnt der Wanderweg, der später zum schmalen Waldpfad wird und auf den Brunschkopf führt. Teilweise haben sich die Wanderrouten in rauschende Bachbetten verwandelt. Schon heute kommen Regenjacken und Regenhosen zum Einsatz. Der Regen hört während des Aufstiegs auf, aber von der Aussichtsplattform des Brunschkopfes erkennt man lediglich ein paar nahestehende Fichten. Das Bergpanorama liegt im dichten Nebel.

Wanderwege werden zu Bachbetten und Wasserfällen ...
Wanderwege werden zu Bachbetten und Wasserfällen …

Weiter geht’s Richtung Wildmoossee auf schmalen Wurzelpfaden. Da, wo eigentlich der Wildmoossee sein sollte, liegen Kühe im Gras. Der See, auch ein Opfer der letzten trockenen Jahre, führte vor 3 Jahren das letzte Mal Wasser. Auch die schweren Regenfälle der vergangenen Nacht haben nicht ausgereicht, um ihn wieder zum Leben zu erwecken.

Dafür können wir im Ferienheim am Wildmoossee wunderbar einkehren. Trockene Tische und Bänke unter einem Vordach geben uns die Chance, draußen zu sitzen. Vor allem Topfenstrudel und Kaiserschmarrn werden in den höchsten Tönen gelobt.

Topfenstrudel am Wildmoossee bei Seefeld
Topfenstrudel am Wildmoossee

Nach der Mittagspause wandern wir dann hinunter Richtung Seefeld, an der Wildmoosalm vorbei. Hier sind große Teile der Wiesen überschwemmt. Nach einer Weile fädeln wir wieder auf unsere Aufstiegsroute ein.

Am Ortseingang trennen sich die Wege. Einige gehen direkt zum Hotel zurück, andere umrunden noch den Wildsee, der direkt am Ortsrand von Seefeld beginnt. Das Seekirchlein und das Seefelder Stonehenge mit seinen Hinkelsteinen liegen mit auf der Route.

Hier findest Du GPS-Track, Karte und Profil der Tour.

Tag 3: Von Leutasch Schanz über Grünkopf, Ederkanzel und Geisterklamm nach Mittenwald

Beim Blick aus dem Fenster tut das Wetter so, als sei nie etwas gewesen. Der Himmel ist blau, von ein paar gutmütigen Wölkchen mal abgesehen. Trotzdem zeigen die Nachrichten über weggeschwemmte Wege und übergelaufene Flüsse in der Umgebung, dass es heftig geregnet hat in den letzten Tagen.

Um 9:40 Uhr besteigen wir den Bus nach Leutasch und steigen im Ortsteil Schanz aus. Über den Franzosensteig erklimmen wir auf schmalen Waldpfaden den Grünkopf. Der Boden ist noch feucht und es geht steil hinauf, bis wir die felsige Kuppe des Grünkopf (1587 m) erreichen. Beim Blick zurück taucht die mächtige Wettersteinspitze über den Bäumen auf. Genauso beeindruckend winkt die im Süden liegende Arnspitze herüber.

Aufstieg auf Waldpfaden bei Seefeld
Aufstieg auf Waldpfaden bei Seefeld

Nach einem mittäglichen Picknick geht es wieder bergab. Der Steig führt steil durch den Wald hinunter, hin und wieder gilt es, eine felsige Passage zu überwinden. 350 m tiefer verflacht sich die Route, und in sanftem Auf und Ab wandern wir auf die Ederkanzel zu. Das Gasthaus liegt exponiert mit schönen Blicken in die bergige Umgebung.

Für einen Montag ist erstaunlich viel los, und so dauert es eine Weile, bis wir nach vielen Getränken und einigen Speisen weiterkommen. Die fehlenden gut hundert Höhenmeter bis zur Geisterklamm sind in einer halben Stunde geschafft. Dann fädeln wir in das Tal der Leutascher Ache ein.

Der geschotterte Weg wird zu einer schwindelerregenden Konstruktion aus Stahlträgern und Gitterrosten. Hoch über der tief eingeschnittenen Leutasch wendet sich die Route durch steile Felswände. Durch die Regenfälle der letzten Tage ist das Wasser milchkaffeebraun und viele Baumstämme wurden von der Leutasch entwurzelt und zusammengeschoben.

Die Geisterklamm im Leutaschtal
Die Geisterklamm im Leutaschtal

Die coronabedingt etwas merkwürdige Einbahnstraßenregelung in der Klamm zwingt uns zum Schluss zu einem Umweg, über den wir Mittenwald erreichen. Geplant war, den Bus um 17:05 Uhr nehmen. Daraus wird nun leider nichts und wir nutzen die Zeit, um einen Eindruck des schönen Ortes Mittenwald zu bekommen, bevor wir den Zug nach Seefeld nehmen.

Hier geht´s zum GPS-Track, zur Karte und zum Profil.

Tag 4: Buchen – Rauthhütte – Zugspitzblick – Leutasch Klamm

Der Linienbus bringt uns heute von Seefeld nach Buchen. Auf der kurzen Fahrt dahin eröffnen sich weite Blicke in das tief unter uns gelegene Inntal. Von Buchen aus wandern wir auf einem schönen Waldpfad bergauf. Unterwegs müssen wir über eine umgefallene Buche kraxeln, aber das bleibt im Aufstieg heute die einzige Schikane.

Ausblicke auf´s Karwendel bei Seefeld
Ausblicke auf´s Karwendel bei Seefeld

Um 12:30 Uhr kehren wir in der Rauthhütte ein. Einige bleiben danach noch hier, während andere einen Ausflug zum Aussichtspunkt Zugspitzblick machen. Obwohl die Berggipfel schon teilweise in den Wolken stecken, schaut die Zugspitze wolkenfrei zu uns herüber. Die Gipfelstation kann man gut erkennen.

Pferde beim Zugspitzblick
Pferde beim Zugspitzblick

Wieder hinunter geht es an der Hütte vorbei, und weiter mit der gesamten Gruppe Richtung Tal. Der erste Teil des Abstiegs ist recht unangenehm, da eine steile Almstraße frisch geschottert und relativ rutschig ist. Dann biegen wir aber wieder auf schmale Waldpfade ab. Unterwegs stoßen wir immer wieder auf Spuren der starken Regenfälle. Manchmal müssen wir Umwege um große Pfützen herum machen.

Schließlich gelangen wir an eine Hütte mit einer Kreuzigungsgruppe. Von hier öffnen sich Tiefblicke ins obere Leutaschtal. Gegenüber in der Steilwand befindet sich eine weitere Kreuzigungsszene in einer offenen Höhle.

Wände des Wetterstein
Wände des Wetterstein

Dann geht es noch über ein paar Serpentinen bergab. Als wir fast den Talboden erreichen, stoßen wir aber auf ein Hindernis. Eine Mure aus den letzten Tagen hat die Route unter meterdickem Schlamm verschüttet. Diesen zu überwinden dauert etwas und geht nicht ohne schlammige Schuhe vonstatten. Nun fehlen noch ein paar Meter auf Wanderweg am Fluss entlang, dann kehren wir im Hotel Trofana noch einmal zum Kaffee ein. Eine knappe Stunde später fährt wenige Meter entfernt der Bus nach Seefeld ab.

Siehe auch Karte, Profil und GPS-Track.

Weiter geht´s mit …

> Teil 2 des Reiseberichts.

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