Bericht Wanderreise Seefeld 2: Tage 5 bis 8 in Karwendel und Wetterstein

Tag 5: Von Scharnitz entlang der Schluchten zum Karwendel-Steig

Nominell ist heute eigentlich ein freier Tag. Andreas bietet aber trotzdem eine Wanderung an. Heute geht es nicht auf die Berge, sondern tief in die Schluchten des Karwendel-Gebirges hinein.

Mit dem Bus fahren wir nach Scharnitz. Wir überqueren die Isar auf der Straßenbrücke und steigen gegenüber in den Isarsteig ein. Dieser zieht sich ein Stück den steilen Hang hinauf und verläuft dann oberhalb der Isar. Immer wieder gibt es Aussichten auf diesen eindrucksvollen ungezähmten Wildfluss. Ein paar Erklärungen zur Talbildung und zu anastomosierenden Flüssen bleiben nicht aus.

Der Karwendelbach hat sich tief in den Kalkstein eingeschnitten
Der Karwendelbach hat sich tief in den Kalkstein eingeschnitten.

Danach senkt sich der Weg wieder hinunter ans Wasser, und wir überqueren die Isar erneut. Ein Stück talauf, dann schwenken wir nach links ein. Am Hang des Karwendel-Tales steigt der Waldpfad in Serpentinen durch Wald und Maiglöckchenwiesen auf. Immer wieder bieten sich Blicke in die tief eingeschnittene Karwendel-Klamm. Unten rauscht das Wasser und rechts und links ragen mächtige Felswände in die Höhe.

Später treffen wir auf einen Forstweg, auf dem auch Mountainbiker unterwegs sind. Über diesen sowie einen rechts abzweigenden Waldpfad erreichen wir den Karwendel-Steg. Das ist eine Brücke über die Klamm, von der aus man einen hervorragenden Blick auf den Wasserfall hat. Aufgrund der Regenfälle der letzten Tage tobt und rauscht der Karwendel-Bach noch mächtiger, als das sonst im Hochsommer zu erleben ist.

Der Karwendel-Wasserfall
Der Karwendel-Wasserfall

Nach einer ausgiebigen Fotopause steigen wir auf der gegenüberliegenden Talseite kurz hinauf und auf Forstwegen dann länger hinab. Zurück an der Isar erreichen wir ein Hotel, durch dessen Garten wir eine Holzbrücke erreichen. Auch dies ist wieder eine ausgesprochen wilde und schöne Stelle am Fluss. Hier spürt man die Macht des Wassers hautnah.

Nun noch auf der anderen Seite hinauf, rechts abgebogen und bald treffen wir auf die Scharnitzer Alm. An dieser besonders urigen Hütte machen wir Mittagspause. Anschließend ist es dann nicht mehr weit nach Scharnitz und zum Bahnhof.

Die urige Scharnitzer Alm im Karwendel
Die urige Scharnitzer Alm

Mehr zur Karwendelsteg-Runde unter Karte, Profil, GPS

Tag 6: Mittenwalder Seen und Hoher Kranzberg

Mit dem Bus fahren wir nach Mittenwald und steigen durch die Leinbach-Klamm auf. Der Bach stürzt über mehrere Kaskaden und wir passieren eine kleine Mariengrotte. Als wir in die erste Hochebene treten, fällt gleich die auf einem Hügel stehende, weiß leuchtenden Kapelle auf, die der Jungfrau Maria gewidmet ist.

Lainbachklamm
Die Lainbachklamm

Wir wandern an ihr vorbei und stoßen auf den Lautersee, den wir auf seiner südlichen, ruhigeren Seite umrunden. Das Wettersteingebirge und die beliebten Cafés spiegeln sich im See. Dann geht es wieder etwas steiler hinauf, um den Ferchensee zu erreichen. Auch ihn umrunden wir auf der ruhigeren, südwestlichen Seite und landen am Gasthof Ferchensee. Wenige Minuten später trifft hier der Bus ein, in dem einer unserer Mitwanderer erwartet wird.

Ferchensee
Der Ferchensee

Wieder vollzählig gehen wir nun den Anstieg auf den Hohen Kranzberg an. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich mit urigem Wald und lichten Heuwiesen. Zwischendurch treffen wir auf eine große Ziegenherde mit ihren Hirten. Schließlich gelangen wir auf die Gipfelkuppe des Kranzberges, wo schon reichlich Betrieb ist. Von dem beliebten Aussichtsberg aus schauen wir weit in die Umgebung hinein. Karwendel und Wetterstein dominieren die Szenerie, aber auch die Soierngruppe, Herzogstand, Heimgarten oder Estergebirge winken zu uns herüber.

Das Wettersteingebirge
Das Wettersteingebirge

Nach einem Picknick steigen wir durch Heuwiesen und entlang der Skipiste ab. Pünktlich zum Kaffeedurst erreichen wir die Korbinianhütte. Nach der Einkehr ist es dann nur noch eine dreiviertel Stunde gemütlich hinab nach Mittenwald, von wo aus wir mit dem Zug zurück nach Seefeld fahren.

Mehr zur Wanderung über den Kranzberg siehe Karte, Höhenprofil und GPS.

Tag 7: Seefelder Spitze und Reither Spitze

Heute geht es zur Seefelder Spitze und für einige auch auf die Reither Spitze. Mit dem Bus fahren wir ein kurzes Stück zur Rossfeldbahn, und dann mit der Standseilbahn hinauf zur Rosshütte. Oben steigen wir um und benutzen die Gondel, die uns ins Seefelder Joch (2060 m) bringt.

Der Anstieg zur Seefelder Spitze
Der Anstieg zur Seefelder Spitze

Von dort aus steigen wir auf die Seefelder Spitze (2221 m) hinauf. Das Wetter ist super, und man kann die umliegenden Berge mit einer 360° Aussicht bewundern. Einen besseren Abschluss der Wanderwoche kann man sich nicht wünschen. Wir sehen fast alle Wandergebiete, in denen wir im Laufe der Woche unterwegs waren.

Ein Teil der Gruppe steigt von hier wieder ab, ein anderer nimmt sich auf anspruchsvollen Bergsteigen die Reither Spitze (2374 m) vor. Über Schotterfelder und steile Felsrouten geht es auf den Gipfel hinauf. Von hier begeistert der tiefe Blick in die Karwendel-Täler besonders. Nach einer kurzen Pause braucht es noch einen letzten herausfordernden Abstieg durch Felsen bis zur Nördlinger Hütte, wo wir unser Mittagessen in Form von Kaiserschmarren, Apfelstrudel oder nepalesischer Linsengerichte einnehmen.

Die Leiter ist das geringste Problem ...
Die Leiter ist das geringste Problem …

Nach der Mittagspause halten sich die alpinistischen Herausforderungen in Grenzen. Der Weg ist zwar hin und wieder von Muren zerstört, diese Stellen lassen sich aber relativ leicht überwinden. Schließlich erreichen wir in die Bergstation der Härmelekopfbahn (2034 m), mit der wir zur Rosshütte hinab gleiten. Wir wechseln das Fahrzeug, und die Standseilbahn bringt uns wieder ganz hinab nach Seefeld.

Die Nördlinger Hütte lockt ...
Die Nördlinger Hütte lockt …

Hier findest Du Karte, Profil und GPS zur Tour über die Reither Spitze.

Tag 8: Abreise aus Seefeld

Heute heißt es Abschied nehmen. Die Reiseteilnehmer treten ihre Heimfahrt an oder ihre individuellen Anschlussprogramme. Auch das sonnige Wetter verabschiedet sich, das uns fast die ganze Woche treu begleitet hat.

Anfang verpasst?

Hier geht´s zu Teil 1 des Reiseberichts.

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