Bergwanderungen Dolomiten, Lagorai & Latemar, Tage 4-6

Die Tage vier bis sechs unserer zehntägigen Reise verbringen wir mit Bergwanderungen im Lagorai und im Latemar. Anfang verpasst? Hier findest Du > Teil 1.

Tag 4: Bergwanderungen Lagorai: Die Alpe Cermis und der Lago di Bombasei

Moderat am Grat
Moderat am Grat

Heute benutzen wir mal den Linienbus. Um 8:52 Uhr steigen wir zu, testen zum ersten Mal unsere digitale oder gedruckte Gästekarte und werden wenige Minuten später in Cavalese am Busbahnhof abgesetzt. Durch einen schönen Park wandern wir hinunter zur Seilbahnstation. Bis jeder seine Seilbahnkarte für die Bergwanderungen der nächsten Tage bekommen hat, dauert es einen Moment, aber dann schweben wir in drei Etappen mit der Seilbahn hinauf zur Alpe Cermis: Zwei mal Gondeln, ein mal Sesseln.

Als erstes steuern wir hier einen Aussichtspunkt an, von dem aus man einen fantastischen Blick auf die Alpenkette hat. Von Paganella, Presanella, Brenta und Ortler schweift der Blick über die Ötztaler Alpen, die Stubaier und die Zillertaler Alpen bis zu den Hohen Tauern. Im Vordergrund stehen Latemar, Rosengarten und Sella und laden zu weiteren Bergwanderungen ein.

Anschließend steigen wir über die Skipiste hinab in einen Sattel, wo eine stylische Gaststätte thront. Hier werden wir zum Schluss der Wanderung einkehren, denn es ist deutlich ruhiger hier, als im Bereich der Bergstation des Sessellifts. Aber vorher müssen wir uns noch etwas quälen.

Vor uns erhebt sich der Cimon del To della Trappola (2401 m). Wir haben zwar deutlich weniger Höhenmeter vor uns, als an den anderen Tagen, dafür steigen wir sie mehr oder weniger in einem Stück. Der steinige Bergpfad macht den Anstieg auch nicht leichter. So sind alle froh, als wir auf dem Gipfel stehen.

Belohnt werden wir mit einer tollen 360° Aussicht. Doch dies ist nur der geographische Höhepunkt der Wanderung. Wir steigen hinab in den nächsten Sattel und bewandern nun auf einem schmalen Bergpfad den spektakulären Grat, der zum Gipfel des Castel die Bombasei (2535 m) hinauf führt. Der Grat sieht vor allem im hinteren Bereich furchteinflößend aus, aber lässt sich doch recht gut gehen. Trotzdem ist die Wegführung abenteuerlich. Rechts und links blickt man weit in die Tiefe.

Bergwanderungen im Frühsommer bieten auch Schneevergnügen.
Bergwanderungen im Frühsommer bieten auch Schneevergnügen.

Bevor der Weg schwieriger wird, wendet sich unsere Route aber nach links hinunter in die Felsenwelt des Lagorai. Hier finden wir glatt geschliffene Porphyr-Felsen, die zusammen mit der alpinen Vegetation und kleinen Seen eine malerische Landschaft bilden. Die Felsen sind, anders als die eigentlichen Dolomiten, vulkanischen Ursprungs und nicht nur optisch verwand mit Granit.

Zwischen den wuchtigen, flechtenbewachsenen Felsen liegen noch mehrere Schneefelder, die wir überqueren müssen. Dann erreichen wir den Platz unserer Mittagspause. Dieser liegt auf einem felsigen Sims mit fantastischem Blick über den Lago di Bombasei und die Lagorai-Gipfel, die sich mit ihren frühsommerlichen Schneefeldern im See spiegeln.

Bergwanderungen am Lago Bombasei
Pause am Lago Bombasei

Nach der Mittagspause steigen wir kurz zum See ab, um dann auf der Normalroute wieder zurück Richtung Seilbahn zu wandern. Diese Route ist zwar breiter als beim Aufstieg, aber der Untergrund aus grobem Geröll macht das Gehen trotzdem etwas mühsam. Am Schluss überqueren wir noch einige Lawinen-Striche und steigen eine lange Treppe hinauf. Dann sind wir wieder bei der Hütte Le Chalet.

Abgerechnet wird zum Schluss ...
Abgerechnet wird zum Schluss …

Hier genießen wir nun wohlverdiente Kaffees oder Kaltgetränke bei coolen Beats und haben dann nur noch ein kurzes Stück bis zur Bergstation der Seilbahn vor uns. Mit dieser schweben wir ins Tal hinab und an der gegenüber liegenden Seite wieder hinauf nach Cavalese.

Die Option Linienbus wird von allen verworfen. In zwei Gruppen wandern wir zurück zum Hotel nach Castello di Fiemme.

Hier findest Du Karte, Profil und GPS-Track der Runde vom Paion del Cermis über den Lago di Bombasei.

Tag 5: Freier Tag in Trento oder Bergwanderungen an den Hängen des Latemar

Heute ist eigentlich ein freier Tag. Andreas bietet trotzdem eine zusätzliche Wanderung an. Mit einem Teil der Gruppe – ein anderer Teil genießt den freien Tag z.B. in Trento – geht es per PKW zur Talstation der Seilbahn auf den Passo Feudo. Wir fahren aber nur bis zur Mittelstation Gardone hinauf.

Von hier startet ein Wanderweg, spärlich markiert mit der Nummer 50, der sich mal wieder deutlich von den anderen absolvierten Bergwanderungen unterscheidet. Heute führt die erste Hälfte dieser Route auf schmalen Pfaden durch schattigen Wald. Hier sind kaum andere Wanderer unterwegs, bis zur Mittagspause treffen wir niemanden. Für diese Pause nutzen wir die letzten Schattenplätze der Route, unter einer großen Lärche machen wir uns breit.

Schmale Pfade im Wald, die Alpenrosen blühen.
Schmale Pfade im Wald, die Alpenrosen blühen.

Danach befinden wir uns im offenen Alm- und Felsgelände. Die Gegend nennt sich Pian de Paura, Ebene der Angst. Dazu passt vielleicht die Teufelskralle, die wir heute öfter zu Gesicht bekommen. Von hier aus genießen wir wieder tolle Aussichten und wandern unterhalb der Latemar-Spitzen völlig angstfrei auf die Bergstation am Passo de Feudo zu.

Direkt neben der Bergstation kehren wir in der Baita Passo Feudo ein. Kaiserschmarrn und Tiramisu sind hier definitiv zu empfehlen, zumal man sie auf der Terrasse mit Blick auf die Pale de San Martino genießen kann.

Bergwandern durch Almwiesen
Unter den Latemar-Spitzen: Bergwandern durch Almwiesen

Bergab geht nun die Fahrt mit der Seilbahn, wobei wir zwischendurch den Lift wechseln müssen. Den Rückweg nach Castello unterbrechen wir mit einem kleinen Abstecher im Shop der Trentiner Outdoor-Marke La Sportiva.

Hier findest Du Karte, Profil und GPS-Track der Tour von Gardone zum Passo Feudo.

Tag 6: Latemar-Panoramaweg und Latemar-Hütte / Rifugio Torre di Pisa

Heute fahren wir wieder mit unserem Charterbus und unserem Fahrer Marco. Er bringt uns hinauf nach Pampeago bzw., wie man auf Deutsch sagt, zum Reiterjoch. Weiter geht’s mit dem Sessellift hinauf zur Zischgalm. Bei einer vergessenen Liftkarte bewährt sich das vorherige Fotografieren derselben. So kann für 2 € eine Ersatzkarte ausgestellt werden.

Wir starten unsere heutige Wanderung auf bequemen Almstraßen, die uns bald über die unsichtbare Grenze nach Südtirol führen. Vorbei an der Mayrl-Alm wird die Route immer steiler und geht an der Bergstation des Lifts Absam-Mayrl in einen Bergpfad über. Das Gebiet ist im Winter von Lawinen bedroht, daher finden wir hier eine Lawinen-Spreng-Anlage. Ein Gasgemisch wird bei starkem Schneefall zur Explosion gebracht, die Druckwelle fegt den Schnee davon und verhindert die Bildung gefährlicher Wechten.

Das Almgebiet haben wir jetzt hinter uns gelassen und wir wandern auf recht bequemen Bergwegen durch die felsige Landschaft des Latemar. Am Abzweig zur Latemarhütte, die auf Italienisch Rifugio Torre di Pisa (Turm von Pisa Hütte) heißt, legen wir eine frühe Mittagspause ein.

Die Gipfel des Latemar bei der Latemar-Hütte
Die Gipfel des Latemar bei der Latemar-Hütte

Ein Teil der Gruppe folgt anschließend dem Weg zum Rifugio Passo Feudo. Der andere Teil nimmt sich den steilen Aufstieg zur Latemarhütte (2671 m) vor. Ruhig und gleichmäßig nehmen wir die Strecke Schritt für Schritt unter die Bergschuhe. Das fällt bei den vielen leicht bekleideten Turnschuh-Trägern, die uns überholen, um dann vor uns stehen zu bleiben, nicht immer ganz leicht.

Je näher wir der Hütte kommen, desto steiler und unwegsamer wird die Strecke. Ganz plötzlich jedoch stehen wir auf der Hütten-Terrasse und staunen über die erneut unglaubliche Aussicht, die sich uns bietet.

Weil es nun doch etwas wolkig und windig geworden ist, nehmen wir unseren Cappuccino in der Hütte ein. Die für sommerliche Temperaturen gekleideten Wanderer haben meist direkt den Rückweg angetreten. Dadurch wird der Abstieg für uns entspannter als erwartet.

Abstieg von der Latemar-Hütte
Abstieg von der Latemar-Hütte

Es geht hinab zum Passo Feudo, wo wir den anderen Teil der Gruppe in der Hütte abholen. Dann noch ein Stück hinab, und wir befinden uns wieder an der Seilbahn. Das Schweben über Almwiesen und Baumwipfel wird schon zur lieben Gewohnheit, und unten wartet schon der Bus auf uns.

Nach den Bergwanderungen mit der Seilbahn ins Tal
Nach den Bergwanderungen mit der Seilbahn ins Tal

Und wieder findest Du die Karte, den GPS-Track und das Höhenprofil unter meinem Auftritt bei Outdooractive.

Weiter geht´s mit den Tagen 7 & 8 in > Teil 3. Anfang verpasst? Hier findest Du > Teil 1

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