Dolomiten-Wanderungen, Pale di San Martino & Forca Rossa, Tage 1-3

Im Juni trifft sich eine Wandergruppe in Castello di Fiemme bei Cavalese, um in den folgenden 10 Tagen die schönsten Wanderungen der Dolomiten-Region zwischen Latemar, Rosengarten, Pale di San Martino und Lagorai zu genießen.

Tag 1: Anreise nach Castello di Fiemme im Fleimstal

Am Tag davor herrschte abends noch ein heftiges Unwetter, aber als Donnerstag die Teilnehmer an der Dolomiten-Wandertour im Val di Fiemme (Fleimstal) eintreffen, meint es das Wetter wieder gut. Nach einer kurzen Begrüßung und dem Abendessen, das schon mal jede Menge kulinarische Genüsse für die nächsten Tage verspricht, gibt es noch eine Vorbesprechung mit Informationen für die kommenden Bergwandertouren.

Die Pale di San Martino
Markant und dolomitentypisch: Die Pale di San Martino

Tag 2: Pale di San Martino: Dolomiten-Zacken aus dem Bilderbuch

Nach dem Frühstück holt uns der Bus ab, am ersten Tag noch zur moderaten Zeit von 9:30 Uhr. Andreas erzählt während der Fahrt etwas über die Geschichte Südtirols und des Trentino, denn es geht Richtung Passo Rolle, in dessen Nähe die Front im Ersten Weltkrieg verlief. Kurz vor dem Pass biegt der Bus jedoch zum Valle Venegia ab, wo die Wanderung am Pian dei Casoni beginnt. Eine Almstraße führt in diesem wunderschönen Tal hinauf. Idylle pur: Ein munterer Bergbach fließt durch das Tal, dass mit einem attraktiven Wechsel von Almwiesen und Baumbestand sehr idyllisch wirkt. Dabei laufen wir genau auf die Pale de San Martino zu, die mit ihren mächtigen Zacken ein fast unwirkliches Panorama bilden.

Im unteren Teil des Tales sind noch recht viele Spaziergänger unterwegs. Weiter nach oben hin wird es dann ruhiger. Die Aufstiegsroute tritt später aus der Waldzone heraus und erreicht die alpinen Matten. Die Aussichten werden immer besser. Im Pass liegt die Baita Segantini, wo wir eine Mittagspause einlegen. Hier soll der Apfelstrudel besonders gut gewesen sein.

Schotterströme, typisch für die Dolomiten
Schotterströme, typisch für die Dolomiten

Nach dem Strudel und dem Kaffee kürzen einige Wanderer ab und begeben sich direkt hinab zur Cabana Cervino. Der größere Teil der Gruppe umrundet jedoch den Costazza (2280 m) und besteigt den dahinterliegenden Castellaz (2300 m). Der Anstieg über alpine Pfade bietet eine spannende Abwechslung zu den breiteren Almstraßen. Rechts und links des Weges finden sich Spuren des Ersten Weltkriegs. Die Grundmauern von Unterkünften und alte Schützengräben lassen nur erahnen, was für einem Martyrium die Soldaten an der Gebirgsfront sommers wie winters hier ausgesetzt waren.

Vom Gipfel gibt es eine fantastische Aussicht auf die Pale de San Martino mit dem steilsten Zacken Cimon. Auch die Marmolada, der höchste Gipfel der Dolomiten, ist klar zu erkennen. Hinab folgen wir dann auf der anderen Seite ebenfalls dem alpinen Pfad, bis wir an der Cabana Cervino den anderen Teil der Gruppe wieder treffen. Entgegen anderslautender Gerüchte hat die Hütte noch geöffnet, sodass wir dort zu Kaffee, Bier-Getränken oder Mehlspeisen einkehren können. Danach brauchen wir noch gut 20 Minuten bis zur kleinen Siedlung Passo Rolle, wo der Bus schon auf uns wartet. Durch viele Serpentinen geht es wieder hinab zum Hotel nach Castello di Fiemme.

Hier findest Du Karte, Höhenprofil und GPS-Track der Tour.

Dolomiten: Almidylle und spektakuläres Panorama
Dolomiten: Almidylle und spektakuläres Panorama

Tag 3: Almwiesenidylle und die Forca Rossa mit Aussicht auf Sella- und Marmolada-Dolomiten

Auch dieser Tag beginnt – wie die meisten in dieser Woche – um 9 Uhr mit einer Busfahrt. Es geht zum Passo San Pellegrino. Hier starten wir wieder auf einer Almstraße, auf der anfangs viele Spaziergänger unterwegs sind. Hinter der Alm Furciade jedoch wendet sich unsere Route auf schmalem Tritt in die Almwiesen, während die meisten Mitbewerber auf den Almstraßen bleiben.

Von hier aus sind wir wieder auf schmalen Pfaden unterwegs. Durch fantastisch blühende Landschaft, immer begleitet von den Felszacken der Dolomiten über uns und am Horizont, arbeiten wir uns langsam aufwärts. Die Blüten der Trollblumen, Troddelblumen (Sorry Armin!), Silberwurzen, Alpenanemonen, Leimkräuter oder Knabenkräuter sind nur einige Vertreter der artenreichen Almvegetation, die uns hier begeistert. Besonders im Frühsommer ist die Pracht der Alpenblumen unglaublich.

Das mittägliche Picknick nehmen wir am Rande ener Schlucht ein, die an den Grand Canyon erinnert. Danach steigen wir noch ein Stück auf in die Forca Rossa, die Rote Scharte, die nach dem hier anstehenden Sandstein benannt ist. Von hier werfen wir staunende Blicke auf die Tofana, Marmolada, Pale de San Martino, die Sella und viele weitere Dolomitengipfel.

Viele Murmeltiere beäugen uns neugierig
Die Murmeltiere beäugen uns neugierig

Der Abstieg folgt den letzten Stück der Aufstiegsroute. Unterwegs steigen die zu, die die Picknick-Pause verlängert haben. Dann führt ein Pfad durch die Wiesen links hinab Richtung Alm und Gasthaus Flora Alpina. Später wird dieser Trampelpfad zur Almstraße und führt zwischen ein paar Holzhütten hindurch und an einem Almkirchlein vorbei. Dann ist es nicht mehr weit bis zur Flora Alpina, wo wir auf dem Balkon mit fantastischem Blick auf die Pale de San Martino die Tiroler Spezialitäten genießen können.

Nach einer Dreiviertelstunde fährt unser Bus vor und bringt uns zum Hotel zurück.

Hier findest Du Karte, Höhenprofil und GPS-Track der Tour.

Distel und Schmetterling
Distel und Schmetterling

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