Lowa Trekkingschuhe im Test – diese Modelle schneiden super ab

Die Wander- und Trekkingschuhe von Lowa gehören zu den beliebtesten und meistverkauften Schuhmodellen im Outdoorbereich. Lowa ist neben Meindl der Marktführer in Deutschland und Österreich. Daher sind die Wanderschuhe dieser beiden Marken fast in jedem Sportgeschäft verfügbar, auch mit unterschiedlichen Modellen.

Bergschuhe mit Tradition
Bergschuhe mit Tradition

Die Firma Lowa liefert nun schon seit ca. 100 Jahren erstklassige Qualität. Aber erst in den letzten Jahrzehnten ist eine breite Modellpalette entstanden, die die unterschiedlichsten Bedürfnisse von Wanderern, Bergsteigern und Trekkingfreunden befriedigt. Vorher gab es vor allem Modelle an mittelschweren Wanderschuhen, die für eine breite Palette an Touren geeignet waren und die auch nicht immer wieder überarbeitet werden mussten – es waren viel weniger Leute auf Bergwanderwegen unterwegs, die Ansprüche an den einen perfekten Schuh für die geplante Tour waren noch weit geringer und Mode war damals im Bergschuhbereich auch noch kein Thema.

Der richtige Schuh für den richtigen Einsatz

Heute kommen bei Lowa immer wieder neue Modelle auf den Markt, die nicht nur technisch ausgereift, sondern gleichzeitig ausgesprochen innovativ sind. Auch der modische Aspekt spielt mittlerweile eine Rolle, wird aber nirgends der Funktionalität untergeordnet. Manche Modelle halten sich jahrzehntelang in der Produktpalette, andere werden nach 2 oder 3 Jahren schon wieder aus dem Programm genommen.

Es gibt von Lowa jede Menge unterschiedlicher Modelle, die auch spezielle Bedürfnisse bedienen – und jede Art von Bergtour hat den einen, perfekt dafür ausgelegten Wanderschuh: Vom Mittelgebirgswandern über leichte Alpentouren, einfache und anspruchsvolle Trekkingtouren, bis zu Klettersteigen, Hoch- und Gletschertouren – für alles gibt es den speziellen Schuh.

Beim Kauf besteht die Kunst auch darin, sich einen Schuh anzuschaffen, der die eigenen Ambitionen am besten abbildet. Und wer viel in den Bergen unterwegs ist (wie ich als Bergwander- und Trekkingführer), der hat dann vielleicht auch mehrere Paar parallel im Einsatz.

Die Firma Lowa

Die Geschichte der Firma Lowa ist so interessant wie ihre Modellpalette. In den 1920er Jahren gründeten drei Schuhmachersöhne in der Nähe von München jeweils ihre eigene Firma. Der Schuhhersteller Adolf Wagner mit seiner Firma Hochland ist schon länger vom Markt verschwunden.

Sehr präsent sind aber die Marke von Hans Wagner, Hanwag, und natürlich die Marke Lowa von Lorenz Wagner. Diese Geschichte erinnert sicher viele an die Situation der Brüder Dassler aus Herzogenaurach, die unabhängig voneinander und oft gegeneinander die Marken Puma und Adidas zu Weltunternehmen machten.

Für welche Füße eignen sich Lowa Trekkingschuhe?

Nun aber zurück zu den Wanderschuhen. Die Modelle von Lowa sind klassischerweise eher mittelbreit bis schmal geschnitten. Das bedeutet, wenn du bisher gut passende Wanderschuhe mit breiterem Leisten getragen hast wie z.B. die Modelle von Meindl, dann wird dir ein Schuh von Lowa eventuell zu eng sein. Hast du allerdings eher mittelbreite bis schmale Füße und vielleicht schon gute Erfahrungen gemacht mit einem Lowa-Schuh, dann wirst du vielleicht die häufig gehörte Äußerung mittragen: Einmal Lowa, immer Lowa.

Der Lowa Camino GTX - hier mit Spikes
Der Lowa Camino GTX – hier mit Spikes

Sehr hilfreich beim Schuhkauf ist, dass sich die Leisten über die Zeit kaum geändert haben. So kann sich der Käufer, der schon Erfahrungen mit Lowa hat, auf eine gute Passform für die jeweils individuellen Füße verlassen. Aber Obacht! Es gibt auch von Lowa mittlerweile Modelle, die extra schmal oder weit geschnitten sind. Also sollte man die Modellbeschreibungen besonders vor dem Online-Kauf genau lesen.

Und nochmal Obacht! Wie ich auch selbst erlebe verändern sich die Füße des Wanderers und der Bergsteigerin mit der Zeit. So ist es relativ wahrscheinlich, dass man irgendwann den Lowa-Wanderschuh, der einem immer so perfekt gepasst hat, in einer halben Nummer größer braucht.

Keine Wanderschuhe auf Vorrat kaufen

Nun könnte man ja auf den Gedanken kommen: „Wenn mir das gerade gekaufte Paar Wanderschuhe so gut passt, kaufe ich mir gleich noch ein weiteres Paar davon und stelle es mir in den Schrank, bis das erste Paar das Zeitliche segnet.“ Das sollte man aber lieber bleiben lassen. Erstens – wie gesagt – verändern sich die Füße mit den Jahren, sie werden i.d.R. etwas länger und breiter, weil die Spannkraft nachlässt. Zweitens halten auch unbenutzte Bergschuhe nicht ewig. Nach ca. 6-7 Jahren kann der Kleber spröde werden, mit dem z.B. die Sohlen an fast allen modernen Wanderschuhen befestigt sind. Und wenn die Schuhe nicht bewegt werden, geht das besonders schnell.

Sollte Euch so etwas mal passieren, könnt Ihr die Schuhe bei Lowa aber neu besohlen lassen. Die Fachleute entfernen den alten Kleber dann komplett und kleben neue Sohlen und ggf. auch Dämpfungskeile oder den Geröllschutz wieder an. Dann habt Ihr wieder 6-7 Jahre – oder mit Glück auch länger – Zeit für die nächste Neubesohlung.

Die Produktpalette bei Lowa und ihre Abkürzungen

Ursprünglich waren die meisten Lowa-Wanderschuh-Modelle knöchelhohe leichte bis mittelschwere Trekkingschuhe. Heute deckt die Firma die gesamte Produktbreite im Wanderschuh- und Bergstiefelbereich ab.

Wir finden sehr leichte Halbschuhe wie den Inox Evo GTX lo, wobei GTX für Gore-Tex steht und lo für low, also für Halbschuhe. Dieser Schuh, der auch als Multisportschuh bezeichnet wird, ist für leichte Wanderungen und als Freizeitschuh sehr gut geeignet und entsprechend beliebt. Für den Dauereinsatz als Bergwanderschuh, z.B. wenn man monatelang auf dem Jakobsweg oder im Himalaja unterwegs ist, ist er aber eher nicht geeignet. Dazu sollte man zu etwas stabileren Modellen greifen.

Sehr häufig findet man zum Beispiel das Modell Lowa Renegade GTX im Test. Den Renegade gibt es u.a. als Halbschuh (lo). Der ist trotz seiner Leichtigkeit schon ein veritabler Wanderschuh, der sich für das Mittelgebirge oder leichte Alpentouren hervorragend eignet, auch wegen seiner wasserdichten Gore-Tex-Membran. Für heftige Regenfälle oder sogar Schnee sind Halbschuhe aber grundsätzlich nicht geeignet. Da sollte es schon ein knöchelhoher Schuh sein, da der Regen sonst von oben in den Schuh läuft.

Greifen wir eine Etage höher ins Regal, dann finden wir dort den Renegade GTX mid. Mid bedeutet an dieser Stelle einen halbhohen Schnitt, der den Knöchel schützt und gleichzeitig sehr viel Bewegungsspielraum in Gehrichtung ermöglicht. Dazu ist der Schaft hinten relativ weit heruntergezogen, um ein leichtes Abknicken der Füße zu ermöglichen. Dies wird in vielen Tests sehr positiv angemerkt.

Positiv ist diese Eigenschaft aber nur auf halbwegs hindernisfreien Wegen und Pfaden. Wird es steiniger, felsiger oder verwurzelter, braucht der Knöchel mehr Halt. Dann sollte man zu einem Modell greifen, bei dem der Knöchelbereich rundum geschlossen ist und sich gut fest schnüren lässt.

Trekkingschuhe in der Dachrinne
Trekkingschuhe in der Dachrinne

Wo wir mit LO und GTX gerade schon bei den Abkürzungen sind … einige Modelle aus dem Lowa Sortiment führen die Abkürzung LL im Namen. Das bedeutet leather lining, also die Ausstattung mit einem Innenschuh aus Leder statt aus einem Textilgewebe. Bei meinen Wanderschuhtests haben die Innenschuhe aus Leder meist länger gehalten, als die aus Textil. Außerdem finde ich das Leder irgendwie angenehmer. Allerdings braucht es im Vergleich zu Textilien bei Nässe etwas länger, bis es wieder getrocknet ist.

S steht für besonders schmal geschnittene Modellvarianten und Wide für etwas breitere Fußbetten. Ws steht für die Damenmodelle (women´s).

Mittelschwere und alpintaugliche Lowa Trekkingschuhe

Im mittelschweren Bereich findet man bei Lowa eine sehr große Anzahl unterschiedlicher Modelle. Hier liegt das Kerngeschäft der Marke. Es kommen immer wieder neue Varianten hinzu und manche Modelle werden nach einiger Zeit auch wieder aus dem Programm genommen.

Da Lowa mir persönlich sehr gut passt, konnte ich schon um die zehn Modelle im Dauereinsatz (ca. 200 Wandertage /Jahr) selbst testen. Ich kann sagen, es war kein schlechtes Modell dabei. Zur Zeit sind bei mir der Lowa Camino GTX und der Lowa Cevedale GTX im Einsatz. Ersterer ist ein universell einsetzbarer Wanderschuh, der vom Mittelgebirge bis zu alpinen Touren keine Einsatzgebiete scheut. Ich hatte schon mehrere von dieser Sorte. Bei einem Schuh ist dann aber entlang der Zehenkappe das Leder eingerissen. Bei den anderen Paaren war das in Ordnung.

Der Lowa Cevedale ist ein etwas schwererer stabiler Alpinstiefel, der sich hervorragend auf Klettersteigen, Gletschertouren oder Hochtouren bewährt hat. Wer also oberhalb der Baumgrenze bis in den Fels- oder Eisbereich vordringen möchte und gleichzeitig schmale Füße hat, der ist mit diesem Modell vermutlich gut bedient.

Die Passform ist bei beiden Modellen hervorragend, sofern man die richtigen Füße mitbringt. Wenn sie nicht richtig passen, weil sie z.B. zu eng sind, sollte man auf andere Marken wie Meindl, Hanwag, La Sportiva etc. ausweichen.

Aber wenn sie passen, umso besser. Die Schuhe sind erstklassig verarbeitet und halten oft so lange, dass ich sie z.T. sogar habe neu besohlen lassen, nachdem die erste Sohle abgelaufen war.

Eine besonders gute Idee ist die Lowa-typische Schnürung. Hier gleiten die Schuhbänder ausgezeichnet durch die (bei manchen Modellen mit Kugellagern versehenen) Ösen und verteilen den Druck gleichmäßig auf den Fuß. Auf der Zunge befindet sich ein Knebel, um den man beim Schnüren die Bänder legt, so dass die Zunge immer korrekt in Position bleibt.

Durch die Kugellager kann man einfach am Ende der Schnürsenkel ziehen und strafft damit das Schuhband bis zu den vordersten Ösen. Ein mühsames Stück-für-Stück-Straffen ist nicht mehr nötig.

Lowa Trekkingschuh-Innovation: Der Knebel hält die Zunge in Position
Lowa-Innovation: Der Knebel hält die Zunge in Position

Fazit

Der Schuh, der von Lowa zur Zeit am meisten im Gelände gesehen wird, ist der Renegade in seinen verschiedenen Modellvarianten. Er schneidet in vielen Tests sehr gut ab und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Es ist eher für leichtere Trekking- und Bergtouren sowie für das Mittelgebirge geeignet.

Die von mir selbst getesteten Modelle als Universal-Trekkingschuh (Lowa Camino sowie diverse andere Modelle) und als schwerer Bergstiefel (Lowa Cevedale) haben über Jahre (mit einer Ausnahme) im Einsatz keine Schwächen gezeigt und mich in puncto Passform, Geländetauglichkeit und Haltbarkeit komplett überzeugt.

2 Kommentare

  1. Ich habe Lowa Schuhe gekauft aber der leichte Schuh Innox EVO GTX LO ist sein teurer Preis nicht in Ordnung der Schuh ist nach knapp 5 Monaten schon fast abgelaufen lch laufe jeden Tag ca. 5 Km. bei dem Verkauf des Schuhs sollte man schon darauf hinweisen das der Schuh nur für gelegentliche Wanderungen geeignet ist.

    Mfg

    Klaus Frigger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert