Die Kategorien der Berghütten

Immer beliebter werden in den Alpen Touren von Hütte zu Hütte. Dort wo man früher nur eingefleischte Bergfexe getroffen hat, und wo man nicht selten auch allein mit dem Hüttenwirt abends am Ofen einfache Speisen zu sich nahm, dort sind besonders in den Sommerferien heute viele Wanderer unterwegs. Und nicht jeder davon weiß, auf was er sich bei einer Berghütten-Übernachtung eingelassen hat.

Berghuette
Berghuette

Die meisten Hütten in den Bergen werden von den Alpenvereinen betrieben. So verwaltet z.b. der Deutsche Alpenverein (DAV) in Hoch- und Mittelgebirgen über 330 Hütten. Viele davon liegen über 1500 Meter hoch. Die Instandhaltung kostet den DAV jährlich rund zehn Millionen Euro. Dabei wird viel Geld in umweltgerechte Infrastruktur investiert. So ist in vielen Hütten die Energieversorgung oder die Abwasserbeseitigung vorbildlich, auch für viele Betriebe oder private Häuser im Tal.

Um den Gast die Auswahl der Berghütte zu erleichtern, und um keine falschen Vorstellungen zu wecken, hat der DAV zusammen mit dem österreichischen Alpenverein die Hütten in drei Kategorien eingeteilt.

Alpenvereinshütten am Groß Venediger
Alpenvereinshütten am Groß Venediger

Berghütten Kategorie 1

In diese Kategorie fallen die einfachsten Berghütten. Sie sind in der Regel so, wie man sich eine klassische Berghütte vorstellt, und wie auch lange Zeit die meisten Hütten waren. Sie dienen als Stützpunkt für Bergsteiger und Bergwanderer und bieten wenig Komfort.

Die Ausstattung ist schlicht, und auch die Verpflegung ist einfach. Meist sind diese Hütten nicht über Seilbahnen oder Almpisten erreichbar, zumindest nicht für die Gäste. Es ist auch nicht immer gesichert, dass in dieser Kategorie ein Hüttenwirt die Hütte bewirtschaftet. Viele dieser Hütten werden als Selbstversorgerhütten vorgehalten. Aber auch dann muss man sich anmelden und seinen Obolus bezahlen. Seine Verpflegung muss man dann selbst transportieren, Kochmöglichkeiten sind aber oft vorhanden.

In den Hütten der Klasse 1 gibt es immer einen Winterraum, der auch nach der Wandersaison den Bergsteigern zur Verfügung steht, die im Herbst, Winter oder Frühling auf Tour sind.

Übernachten auf Berghütten: Nicht gerade Luxus ...
Übernachten auf Berghütten: Nicht gerade Luxus …

Berghütten Kategorie 2

Die Hütten der nächsten Kategorie bieten viel mehr Ausstattung und Komfort. Sie liegen meist in populären Wandergebieten.

Durch die gute Ausstattung und Gastronomie eignen sich die Klasse-2-Hütten auch für mehrtägige Aufenthalte. Das spricht z.b. Familien an, oder Bergwanderer, die lieber die Umgebung einer Hütte erkunden, statt von Hütte zu Hütte zu ziehen.

Ein Teil dieser Hütten liegt auch in Skigebieten und wird als Stützpunkt zum Skilaufen genutzt. Oft sind diese Hütten ganzjährig bewirtschaftet, und viele von ihnen können über Almstraßen oder Seilbahnen erreicht werden.

Der Wirt darf zur Berghütte fahren ... aber nur der.
Der Hüttenwirt darf zur Berghütte fahren … aber nur der.

Berghütten Kategorie 3

Die am besten ausgestatteten Hütten der Kategorie 3 sind vor allem Ausflugsziele für Tageswanderer oder Bergausflügler. Sie sind in der Regel über Seilbahnen erreichbar, oder liegen sowieso an einer Berg- oder Almstraße, die auch eine Mautstraße sein kann.

Die Gastronomie muss einen Vergleich mit den Betrieben im Tal nicht scheuen. Im Gegensatz zur hohen Besucherfrequenz tagsüber übernachten hier nur wenige Bergsteiger.

Das Ingolstädter Haus hat viele Tagesgäste.
Das Ingolstädter Haus hat viele Tagesgäste.

Die richtige Hüttenwahl

Der Überblick zeigt, dass man auf einer Tour von Hütte zu Hütte in den Alpen in der Regel auf Berghütten der Kategorie eins zurückgreift. Diese Stellen auch die größte Zahl der Alpenvereinshütten, und prägen das klassische Bild derselben.

Um sich die richtige Hütte zu buchen, kann man im Hüttenverzeichnis der Alpenvereine nachschauen. Dort sind die Hütten mit ihren jeweiligen Charakteristika, Öffnungszeiten und Anmarsch- und Weitermarsch-Routen aufgelistet. Der Alpenverein bringt aber auch Broschüren zu besonderen Hütten-Themen heraus, wie z.b. die Broschüre „Mit Kindern auf Hütten“.

Das Watzmannhaus: Alpenvereinshütte am Watzmann
Das Watzmannhaus: Alpenvereinshütte am Watzmann

Wer eine Hüttentour vor hat, sollte sich aber vorher auch über das richtige Verhalten und die richtige Ausrüstung für Berghütten informieren. Siehe dazu die Seite Berghütten auf Trekkingguide.de

Dabei sollte man nie vergessen, dass die Berghütte kein Hotel darstellt. Sie ist von den Vereinen einst eher als Ersatz fürs Zelt gebaut worden, und man muss vor allem bei Hütten der Kategorie 1 mit sehr einfachen Verhältnissen rechnen.

Trotzdem ist das Übernachten auf Berghütten nicht billig. Die Saison ist kurz, und die Investitionen bei extremen Witterungsverhältnissen sind hoch. Außerdem muss alles aufwändig heran transportiert werden, zum Teil auch mit dem Helikopter.

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