Meraner Höhenweg

Der Meraner Höhenweg ist ein mehrtägiger Rundweg in der Texelgruppe, einem Teil der Ötztaler Alpen. Die Landschaft zwischen Lärchenwäldern, Almwiesen und Felsregion ist hier besonders abwechslungsreich. Durch viele Übernachtungsmöglichkeiten auf Bergbauernhöfen kann man sich die Etappen je nach Geschmack gut einteilen. Manche sporteln in 4 Tagen über die 85 km lange Strecke, andere nehmen sich 8 Tage Zeit. Immerhin hat man etwa +/-5000 hm zu überwinden, je nach Einstiegsort. Der höchste Punkt liegt auf 2895 m.

Den Meraner Höhenweg kann man an vielen Orten beginnen oder beenden. Dazu bieten sich zum Beispiel die Seilbahnen an, die vom Dorf Tirol (Hochmuthbahn), von Partschins (Texelbahn) oder Kompatsch (Unterstallbahn) zum Meraner Höhenweg hinauf führen. Man kann den Rundweg aber auch mit dem Bus oder PKW erreichen, indem man nach Pfelders oder Katharinaberg fährt.

Meraner Höhenweg: Start in Katharinaberg

Von Katharinaberg steigt man erst mal 140 Höhenmeter auf, um den eigentlichen Meraner Höhenweg zu erreichen. Dazu folgt man bequemer auf Serpentinen der Almstraße, oder man steigt auf Fusspfaden in Falllinie steil hinauf.

Der kleine Bergort Katharinaberg, ein möglicher Startpunkt für den Meraner Höhenweg
Der kleine Bergort Katharinaberg, ein möglicher Startpunkt für den Meraner Höhenweg

Am gut beschilderten Meraner Höhenweg angekommen wendet man sich dann nach Norden und folgt der Beschilderung. Abwechselnd geht es über Mähwiesen und durch Lärchenwald. Auch hier wie auf dem gesamten Südteil des Meraner Höhenweges trifft man immer wieder auf traumhaft romantische Wegpassagen. Schmale Pfade winden sich bergauf und bergab durch zauberhafte Bergwälder.

Das idyllische Pfossental

Der Weg biegt nach Nordwesten um in Richtung Schnalstal mit dem Ort Karthaus. Wo er wieder nach Norden umknickt, verlässt die Route das Schnalstal und taucht ins Pfossental ein. Von hier bis zum Pass gibt es kein Mobilfunknetz mehr.

Der Meraner Höhenweg führt durch steile bewaldete Hänge und zum Schluss durch offeneres Gelände zum Gasthaus Jägerrast. Bis hier fahren viele Tages-Wanderer mit dem PKW, entsprechend gibt es einen großen Parkplatz und das Gasthaus ist oft gut besucht.

Das Pfossental ist bekannt für seine urigen Almen. Traditionelle Holzbauweise und Schindeldächer prägen das Bild. Wenn nicht hier und da ein kleiner Traktor stehen würde, sähe es hier aus wie vor 100 Jahren.

Lärchen, Almen und Felsen im Pfossental
Lärchen, Almen und Felsen im Pfossental

Die schmalen Waldpfade sind nun erst mal zu Ende. Auf der geschotterten Almstraße wandert man zur besonders urigen Mitterkaseralm. Trotz der breiten Piste ist das Wandern sehr kurzweilig, denn die Almlandschaft ist traumhaft. Auch auf dem weiteren Weg zwischen Mitterkaseralm und Eishof führt die Route sehr abwechslungsreich durch Almwiesen und durch zauberhafte Lärchenwälder.

Unterwegs liegt rechte Hand kurz hinter der Mitterkaseralm die Rableidalm, die auch sehr einladend aussieht. Eine noch schöne Aussicht genießt der Wanderer aber bei einer Rast auf dem Eishof. Hier geht der Blick zurück ins Pfossental, durch das man aufgestiegen ist, und voraus auf die Bergwelt der Dreitausender rund um das Eisjöchl.

Der Meraner Höhenweg kann´s auch alpin

Nach dem Eishof überschreitet man die Waldgrenze und steigt auf einem gepflasterten Bergweg, der vermutlich im letzten Jahrhundert vom Militär angelegt wurde, immer steiler werdend zum Eisjöchl hinauf. Auf dem Pass steht man schon fast auf 2900 m, mitten in der Texelgruppe. Auf der anderen Seite befindet sich direkt unterhalb des Passübergangs die Stettiner Hütte (Alpenvereinshütte). Die ist schnell erreicht, und von der Terrasse aus genießt der Wanderer sein Erfrischungsgetränk mit Blick über einen See auf die Hohe Weiße (3278 m). Ein paar hüttennahe Gipfel motivieren zu nachmittäglichen Kurzwanderungen.

Die Gipfel am Eisjöchl: Satte 3000er
Die Gipfel am Eisjöchl: Satte 3000er

Nachdem die Stettiner Hütte 2014 von einer Lawine hinweggerissen wurde, gab es mehrere Provisorien. Eine Zeit lang standen hier Zelte, um ein Übernachtungsangebot zu gewährleisten. Im Jahr 2020 fanden wir hier einen Küchen- und Restaurant-Trakt mit einer großen Terrasse vor. Übernachtet wurde in kleinen würfelförmigen Holzhäuschen. Das ist eigentlich gar keine schlechte Lösung.

Bis 2023 soll aber eine neue Hütte gebaut werden, die den Namen Hütte allerdings kaum noch verdient. In den Plakaten des modernen Neubaus, die an der Baustelle aushängen, erkenne ich weder großen Respekt vor der Landschaft, noch vor der gewachsenen alpinen Kultur. Die Meinungen mögen hier auseinander gehen, aber für mich sind viele der besonders klotzigen modernen Hüttenbauten ein Zeichen dafür, dass der Mensch in die Natur weiter nach seinem Gusto dominiert, statt eine Harmonie zwischen Mensch und Natur zu suchen. (Dabei bin ich nicht grundsätzlich gegen moderne Hüttenentwürfe. Ich meine aber, sie sollten sich harmonisch in die Naturlandschaft einfügen, statt sie zu dominieren. Und sie sollten nicht zu luxuriös werden. Wer Hotels braucht, soll m.M.n. im Tal bleiben.)

Über den Meraner Höhenweg hinab ins Pfelderer Tal

Nach der Übernachtung auf knapp 2900 m, in der der erhöhte Puls den Wanderer auch schon mal um den Schlaf bringen kann, geht es wieder hinab. Das Gefälle ist relativ moderat, da sich der Weg in weiten Schleifen Richtung Tal zieht. 1000 Höhenmeter tiefer erreicht man mit der Lazinser Alm die erste Einkehrmöglichkeit auf dem Talboden.

Der Meraner Höhenweg ist gut ausgeschildert.
Der Meraner Höhenweg ist gut ausgeschildert.

Ein Stück weiter geht es auf der Almstraße durch sehr schöne Landschaft, und dann biegt man nach links ab und wechselt auf die andere Flussseite. Über Lazins und Zeppichl erreicht der Wanderer den Skiort Pfelders. Hier gibt es alle möglichen Unterkünfte und Gaststätten und sogar einen kleinen Lebensmittelladen. Außerdem eine Seilbahn, einen großen Parkplatz und eine gut frequentierte Busverbindung.

Nachdem man sich von dem kurzen Kulturschock erholt hat, geht es auf der linken Bachseite weiter hinab. Passagenweise gibt es hier sehr schöne Wanderpfade, aber insgesamt verläuft die Strecke oft sehr nahe an oder sogar am Rand der Talstraße. Auch der Gasthof in Innerhütt liegt direkt an der Strasse, daher würde ich eine Übernachtung dort nicht empfehlen. Erst einen knappen Kilometer weiter führt der Meraner Höhenweg rechts von der Straße weg und wird nun wieder besonders schön.

An den Hängen des Passeier Tals

Man wandert auf meist schmalen Pfaden durch abwechslungsreichen Wald. Immer wieder werden Bäche gekreuzt, an denen man schön rasten und baden kann. Ein Stück hinter der Kirche des Weilers Ulfers kann man beim Michlhof einkehren.

Badepause am Meraner Höhenweg gefällig?
Badepause am Meraner Höhenweg gefällig?

In der Folge wechselt die Route zwischen Almstraßen und Wanderwegen, wobei der Anteil ersterer bis Matatz immer größer wird. Die Mischung von Almstraße und Wanderweg hält noch etwas an, aber die Anteile der Wanderpfade werden wieder größer. Nach Gfeis wird die Wanderroute dann wieder ausgesprochen attraktiv. Auf schmalen Bergpfaden bewegt man sich durch Steilgelände, ohne dass es irgendwo anspruchsvoll oder gefährlich wird. Leute mit Höhenangst könnten aber hier und da schon mal an ihre Grenzen kommen, wenn es rechts steil hinauf, und links steil hinunter untergeht.

Dafür sind die Aussichten von hier oben über die umgebenden Täler und Berge wirklich fantastisch. Der Wanderer fühlt sich wie ein Vogel, der über Meran fliegt. Trotz der moderaten Höhen bewegt man sich in einem alpinen Gelände. Lärchenwälder und offenes Weideland wechseln sich ab. Im Süden erhebt sich das schneebedeckte Ortlermassiv.

Hoch über Etschtal und Meran

Der Teil des Meraner Höhenweges zwischen Gfeis und Katarinaberg gehört zu den schönsten Wanderungen in Südtirol. Dazu kommt, dass man immer wieder auf abgelegenen Bergbauernhöfen einkehren kann. Und wenn man hier übernachtet, hat man nachts einen tollen Blick auf die Lichter Merans. Bergrast, Longfall, Talbauer oder die Muthhöfe sind sehr einladend. Von den Muthhöfen kann man auch mit der Hochmuthbahn zum Dorf Tirol hinunterfahren, oder die Bahn zum Aufstieg und Einstieg in den Meraner Höhenweg nutzen.

Luftige Höhen: Der Meraner Höhenweg oberhalb Merans
Luftige Höhen: Der Meraner Höhenweg oberhalb Merans

Im weiteren Verlauf sind die Leiteralm und das Hochganghaus beliebte Stützpunkte. Bei letzterem kommen Steinböcke oft bis an die Hütte heran. Auch die Schutzhütte Nasereit liegt sehr schön. Die nächste Station ist dann Giggelberg, wo die Texelbahn von Partschins hinaufführt. Auch dieser Punkt eignet sich daher gut als Einstieg für den Meraner Höhenweg.

In der Nähe der Seilbahnen sind wieder mehr Tageswanderer unterwegs, die aber hinter Giggelberg wieder weniger werden. Viele Wanderer nutzen die Kombination Texelbahn-Hochmuthbahn zu einer entspannten Wanderung auf dem Höhenweg. Zwischen Giggelberg und dem Pirchhof, auf dem man auch übernachten kann, wird es wieder ausgesprochen attraktiv. Schmale Wanderpfade winden sich bergauf bergab durch abwechslungsreiches Gelände. Zwischen Pirchhof und Katharinaberg wechseln sich Wald- und Wiesenflächen ab, und man wandert auch wieder einige Passagen auf einer Almstraße.

Wanderführer Meraner Höhenweg

Ein empfehlenswerter Führer für den Meraner Höhenweg kommt aus dem Conrad Stein Verlag. Ein handliches Büchlein im Reclam-Format liefert auf über 160 Seiten alle Infos, die man für die Organisation und die Durchführung der Trekkingtour braucht. Trotzdem passt es in jede Wanderhosen-Tasche. Die Übersichtskarte im Buchdeckel, das Inhaltsverzeichnis oder das Index-Register lassen die gesuchte Information schnell finden. Die Route ist in sechs Etappen aufgeteilt und so beschrieben, dass man sie auch nach seinen eigenen Wünschen aufteilen kann. Höhenprofile und Detailkarten ergänzen die guten Beschreibungen.

Zusätzlich zum eigentlichen Meraner Höhenweg ist auch die Route über die Spronser Seen beschrieben sowie mehrere gut ausgewählte Waalwege rund um Meran. Es gibt also kein Hindernis, auch zweiwöchige Urlaube im Meraner land mit attraktiven Wanderungen zu verbringen. > Outdoor Südtirol: Meraner Höhenweg mit Spronser Seen und Waalwegen

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