Madeira Teil 3: Vereda do Fanal, Levada do Alecrim, Levada do Paul und Tabua

Die Levada do Alecrim.
Die Levada do Alecrim.

Da die hohen Berge auf Madeira – wie der Weg vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo – noch wegen Vereisung gesperrt sind, nehmen wir uns noch ein paar attraktive Levadas und Hirtenpfade vor, die durch unterschiedlichste Landschaften und Höhenstufen verlaufen.

Tag 9, 30. März: Heide- und Lorbeerwälder an der Vereda do Fanal

Heute keine Levada. Wir fahren wir auf das Dach der Insel hinauf. Die Hochebene Paul da Serra liegt auf etwa 1400 Metern Höhe. Hier lassen wir uns vom Bus an der Verena do Fanal absetzen, um auf diesem alten Viehtreiberpfad zu den berühmtesten Lorbeerbäumen der Insel zu wandern.

Zuerst besteht die Vegetation aber hauptsächlich aus Baum- und Besenheide. Dann langsam taucht der Weg auch in die Lorbeerwälder ein. Das Wetter ist gut, aber der Pfad ist noch relativ nass und hin und wieder rutschig.

Wandern in Madeiras Lorbeerwäldern.
Wandern in Madeiras Lorbeerwäldern.

Man läuft viel im dichten Wald, es bieten sich aber auch immer mal wieder schöne Aussichtspunkte an. Während man anfangs noch häufig in den Nebel schaut, verschwindet dieser später und es werden weite Blicke über die bewaldeten Täler sichtbar.

Es geht stetig auf und ab, ein paarmal kreuzen wir die Straße, aber unterm Strich verlieren wir an Höhe. Zum Picknick suchen wir uns einen schönen Aussichtspunkt. Gegen Ende der Tour überqueren wir öfter auch freie Flächen, die Spuren von Waldbrand zeigen. Dann stehen plötzlich rechts und links vom Weg sehr beeindruckende, scheinbar uralte Lorbeerbäume. Die Stämme sind mächtig und dick und verzweigen sich vielfach. Die Landschaft wirkt hier fast wie bei Herr der Ringe. So erreichen wir schließlich den Forstposten Fanal, wo unser Busfahrer schon auf uns wartet.

Vereda do Fanal: Farn, Ginster und Lorbeerbäume.
Vereda do Fanal: Farn, Ginster und Lorbeerbäume.

Und hier wieder die Karte mit Höhenprofil und GPS-Track.

Tag 10, 31. März: Freier Tag auf Madeira für Levada, Funchal und Zahnarzt

Heute ist ein freier Tag. Andreas hatte zwar ursprünglich eine zusätzliche Wanderung angeboten, sein Backenzahn war aber anderer Meinung, so dass er erstmal zur Wurzelbehandlung nach Ribeira Brava gefahren werden musste.

Alle anderen vergnügen sich auf ihre Weise. Die einen wandern an der Levada do Moinho, andere fahren nach Funchal und wieder andere genießen Sonne und Wärme rund um Ponta do Sol.

Unser Hotel in Ponta do Sol auf Madeira.
Unser Hotel in Ponta do Sol

Abends treffen wir uns vorm Essen auf der Dachterrasse, um schon zum zweiten Mal hier einen Geburtstag zu feiern.

Tag 11, 01. April: Levada do Alecrim und Levada do Paul

Da die Touren auf die hohen Berge immer noch wegen Vereisung und Unwetterschäden gesperrt sind – das ist kein Aprilscherz, aber sehr selten – fahren wir noch einmal nach Rabaçal hinauf. Von hier laufen wir zuerst entlang der Levada do Alecrim und folgen ihr bis zu ihrem Ursprung.

Wir befinden uns dort plötzlich in einem Bachbett auf glatt geschliffenen Felsen zwischen Wasserläufen, die in der Sonne leuchten. Oberhalb leitet eine kleine Mauer das Wasser in die Levada ab. Unterhalb liegt eine Geländestufe tiefer ein kleiner See. Abseilhaken deuten darauf hin, dass hier die Canyoning-Touren beginnen, die von diversen Unternehmen angeboten werden.

Der Ursprung der Levada do Alecrim.
Der Ursprung der Levada do Alecrim.

Wir wollen unser Abenteuer aber in Grenzen halten und wandern daher zurück nach Rabaçal. Wir überqueren hier die Straße, umrunden widerspenstige Kühe und fädeln an der Levada do Paul ein. Ein Stück laufen wir durch Farn und blühenden Ginster. Immer wieder liegen zwischen dem Buschwerk kleinere Weideflächen, auf denen magere Kühe grasen.

Bislang schien die Sonne, nun wabern aber oft auch Nebelwolken um uns herum. An einer praktischen Stelle mit genügend Sitzgelegenheiten auf kleinen Mäuerchen legen wir unsere Picknickpause ein und hier scheint nun auch wieder die Sonne auf uns herab.

Anschließend geht es weiter durch offenes Gelände. Weite Blicke schweifen hinunter auf die Südküste und weit auf das Meer hinaus. Links liegen plötzlich große Felder mit Solarpanelen, und hier kommt uns unser Busfahrer schon entgegen.

Wandern an der Levada do Paul.
Wandern an der Levada do Paul.

Eine knappe halbe Stunde später erreichen wir das Fahrzeug und fahren die 1300 Höhenmeter nach Ponta do Sol hinab. Die meisten Wanderer streben direkt auf die Strandbar zu, um hier den Nachmittagskaffee oder die leckere saure, aber fruchtige Poncha einzunehmen.

Die Karte mit GPS und Profil der Wanderung gibt´s hier.

Nach einer Dusche und etwas Erholung treffen wir uns heute schon um 18 Uhr zum Abendessen im Restaurante Sol Poente, das beeindruckend auf der Halbinsel links von unserem Hotel liegt. Das Wetter ist zuerst nicht ganz überzeugend, dann sitzen wir aber doch sehr schön auf der Terrasse und genießen inseltypische Fischgerichte wie Espada mit Banane bei schönen Blicken bis auf São Lourenço und die Ilhas Desertas.

Tag 12, 02. April: Von Ribeira Brava über Tabua nach Ponta do Sol

Heute ist wieder ein freier Tag. Einige nutzen ihn, den Urlaub ruhig ausklingen zu lassen, entspannt zu packen oder letzte Mitbringsel zu kaufen. Andere fahren im Taxi zum Hotel do Campo oberhalb von Ribeira Brava hinauf um die fakultative Wanderung nachzuholen, die vorgestern ausgefallen ist.

Wandern ohne Einkehren ist auch auf Madeira sinnlos ... sagen manche ...
Wandern ohne Einkehren ist sinnlos … sagen manche Wanderer.

Am Hotel do Campo starten wir die Wanderung zur Levada Nova, die uns tief ins Tabua-Tal hinein führt. Die Route ist sehr abwechslungsreich. Es geht durch viele bunte Gärten, zwischen üppigen Feldern hindurch und auch durch dunkle Eukalyptuswälder. Zwei kurze Tunnel werden durchschritten und es gibt auch kleinere Wasserfälle.

Die Levadas führen immer mal wieder durch Tunnel.
Die Levadas führen immer mal wieder durch Tunnel.

So gelangen wir nach Lombada, wo wir an der Kirche vorbei Richtung Meer absteigen. Mehrere Bars liegen am Weg und wir suchen eine aus, die uns sympathisch erscheint. Der Kaffee schmeckt, die Besitzer sind sehr freundlich und stellen auch noch ein paar Teller Kekse neben unsere Getränke. Dann geht es weiter hinab, teils auf dem alten Eselspfad nach Ponta do Sol.

Eidechsen sonnen sich auf dem Mauern Madeiras.
Eidechsen sonnen sich auf dem Mauern Madeiras.

Hier der Link zu Karte, Profil und GPS-Track.

Abends treffen sich zur gewohnten Zeit um 19:00 Uhr alle wieder, um das letzte Mal das Buffet im Hotel zu genießen.

Tag 13, 03. April: Abschied von Madeira und Heimflug

Das Wetter erleichtert den Abschied von Madeira ein wenig ...
Das Wetter erleichtert den Abschied von Madeira ein wenig …

Morgens um 6:00 h holt der Busfahrer uns ab und bringt uns zum Flughafen. Das Einchecken und der Flug verlaufen reibungslos, und am Nachmittag landen wir alle wohlbehalten in Hannover.

Teil 1 und 2 des Madeira-Berichts …

… findest Du unter Teil 1 und Teil 2.

Mehr Infos zum Wandern auf Madeira …

… bietet die Seite TrekkingGuide.de – Wandern Madeira

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