Überqueren von Flüssen und Bächen beim Wandern & Trekking

Beim Wandern und Trekking wird man immer wieder mal in die Situation kommen, dass man einen Fluss oder Wildbach durchqueren oder überqueren muss. Das kann eine leichte Übung sein oder eine große Herausforderung, je nachdem, wie breit der Bach ist, wie viel Wasser er führt, wie steil er ist, wie viel Felsen in seinem Bett liegen und so weiter. Um erfolgreich und sicher Bäche zu durchqueren, sollte man ein paar Tipps beherzigen.

Die Wahl der besten Stelle ist entscheidend
Die Wahl der besten Stelle ist entscheidend

Die Tourenplanung ist entscheidend für das Gelingen der Tour

Vorher sollte man sich klarmachen, dass Bergbäche und Wildbäche durchaus unterschiedliche Wasserstände haben können. Jedem ist klar, dass der Wasserspiegel und die Kraft der Strömung nach dem Regen steigen. Ist der Bach aber mit einem Gletscher verbunden, dann steigt der Wasserspiegel in der Regel auch im Laufe des Tages. Besonders an warmen Tagen, wenn der Gletscher oder Schneereste im Laufe des Tages stärker schmelzen, fällt ab dem späten Vormittag immer mehr Wasser an.

Das bedeutet, dass das Bachbett eines Gletscherflusses morgens fast trocken sein kann, und nachmittags ist derselbe Bach ein reißender Strom. Eine gute Tourenplanung ist also auch in diesem Falle angeraten. Schon mancher musste unerwartet vor einem Gletscher Fluss Übernachtung, oder zumindest weite Umwege in Kauf nehmen, weil der Bach am selben Tag nicht mehr überquert werden konnte.

Wie komme ich gut über den Bach?

Abgesehen von der Tourenplanung gibt es aber auch ein paar konkrete Tipps, wenn der Wanderer vor einer Bachüberquerung steht. Häufig kann man von einem Stein im Bachbett zum anderen steigen. Dabei sollte man darauf achten, die Trittsteine senkrecht von oben zu belasten. Steine im Bachbett sind oft rund geschliffen und rollen weg, wenn man sie von schräg oben antritt. So kann man schnell im Wasser landen.

An manchen Bächen kann man sich auch selbst eine Reihe von Trittsteinen ins Wasser werfen, um trockenen Fußes das andere Ufer zu erreichen. Bei wieder anderen Bächen helfen vielleicht umgefallene Baumstämme die nicht zu groß sind, um über den Bach gelegt werden zu können.

Bei Steinen, Baumstämmen oder ähnlichen „Ersatzbrücken“ gilt: Immer kontrolliert und sicher auftreten. Die Tritte sind in ihrer Stabilität oft schwer einzuschätzen und oft durch Nässe besonders glatt (auch bei Glätte nur senkrecht von oben auftreten!). Keine Hektik aus Angst, nasse Füße zu bekommen. Gute Bergschuhe halten auch mal etwas Wasser aus, solange es nicht oben rein schwappt. Und auch das ist immer noch besser, als in den Fluss zu fallen.

Überquerung von Bächen: Schuhe aus
Wenn nichts mehr hilft: Schuhe aus

Findet man keine Trittsteine und keine anderen Hilfsmittel, und ist auch keine Brücke in der Nähe, dann kann man nur noch die Schuhe ausziehen und den Bach barfuß durchqueren. Aber das ist nicht immer unbedingt so einfach. Gerade in Gebirgsbächen ist die Strömung häufig sehr stark und das Wasser ist sehr kalt.

Bach überqueren: Vierbeiner stehen stabiler

Schon, wenn der Wasserspiegel an die Knie reicht, ist der Druck wegen die Beine enorm. Man braucht dann ein gutes Gleichgewichtsgefühl und eine gute Trittsicherheit, um auf den Beinen zu bleiben. Hilfreich ist dabei, die Füße möglichst breitbeinig aufzusetzen, um einen stabilen Stand zu haben. Dabei lehnt man sich leicht gegen die Strömung. Hier helfen Trekkingstöcke oder auch ein abgebrochener Stock aus dem nächsten Gebüsch. Drei- bzw. Vierbeiner stehen deutlich stabiler als Zweibeiner.

Wanderstöcke: Zusätzliche Beine helfen beim Überqueren
Wanderstöcke: Zusätzliche Beine helfen beim Überqueren

Wenn in der starken Strömung größere Felsen am Grund des Baches rollen, – man hört dann ein dumpfes Grollen – sollte man den Bach nicht durchqueren. Oder man sucht sich eine flachere Stelle, wo die Strömung schwächer ist und keine Steine rollen.

Bei Flussüberquerung: Ruhe bewahren!

Auch, wenn der Bach noch so kalt ist: keine Panik! Trotz aller verständlicher Eile sollten die Füße sicher gesetzt werden. Nichts ist schlimmer, als wenn man vor Hektik den stabilen Stand verliert und in den Bach fällt.

Bevor man sich an die Durchquerung oder Überquerung von Bächen macht, sollte man sich etwas Zeit nehmen, um eine möglichst gute Stelle zu finden. Dazu braucht es etwas Erfahrung und Instinkt. Es lohnt sich aber durchaus, ein Stück am Bach bergauf oder bergab zu gehen, um eine gute Stelle zu finden.

Um eine geeignete Stelle beurteilen zu können sollte man wissen, dass das Bachbett in der Außenkurve des Baches („Prallhang“) meist deutlich tiefer ist, als in der Innenkurve („Gleithang“). Startet man seine Durchquerung also in der Innenkurve, dann sollte man damit rechnen, umkehren zu müssen.

Bach auf Schneebrücken überqueren

Ein besonderer Fall sind Bergbäche, die im späten Frühjahr oder im Frühsommer unter Schneeresten oder Firnfeldern verlaufen. Beim Überqueren dieser Schneefelder sollte man sehr vorsichtig sein, auch wenn sie wie ein bequemer Übergang über den Bergbach erscheinen.

Wenn man durch den Schnee in den Bach einbricht, schwebt man in Lebensgefahr. Die starken Schmelzwassermassen ziehen den eingebrochenen Wanderer dann unter Umständen flussabwärts in den Hohlraum unter das Schneefeld. Wegen der starken Strömung kann sich der Bergsteiger hier kaum noch befreien. Und im kalten Wasser zu liegen ist immer eine Bedrohung, denn die Unterkühlung schlägt erbarmungslos und schnell zu. Manchmal reichen da wenige Minuten bis zum Tod.

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