Hüttentrekking in den Alpen

Eine Bergtour oder Trekkingtour in den Alpen wird durch das dichte Netz der bewirtschafteten Berghütten besonders attraktiv. Anders als in vielen anderen Gebirgen dieser Welt braucht man also kein Zelt, keinen Schlafsack (außer einem dünnen Hüttenschlafsack), keinen Kocher und keinen Proviant mitschleppen, wenn man auf einem Hüttentrekking das Hochgebirge in seiner reinen Form erleben will.

Hüttentrekking: Alles im Rucksack, was man braucht.
Hüttentrekking: Alles im Rucksack, was man braucht.

Natürlich gibt es auch noch in einigen anderen Gebirgsregionen Berghütten, wie z.B. in den Pyrenäen oder in Skandinavien. Diese sind aber häufig im Vergleich zu den Alpen-Hütten sehr spartanisch ausgestattet und oft alles andere als gemütlich. Außerdem fehlt häufig die dichte Vernetzung, die wir in den Alpenregionen finden. So lassen sich in Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, Bayern und Slowenien unterschiedlichste Hüttentouren zusammenstellen. Wandern mit Kindern geht in den Gebieten mit einer sehr guten Hütten-Infrastruktur im Übrigen mittlerweile auch sehr gut.

Wer betreibt die Hütten?

Die meisten Berghütten, besonders in Deutschland, Österreich und Italien, sind von den Alpenvereinen gebaut worden und werden auch von ihnen betrieben. Dies geschah ursprünglich nicht, um die Alpen mit einer Hotel-Infrastruktur zu versorgen. Die ursprünglich sehr einfachen Hütten sollten den Mitgliedern der Alpenvereine die Möglichkeit geben, ohne Zelt in den Bergen übernachten zu können. Entsprechend sollte der Anspruch an Luxus und Komfort auch heute nicht allzu hoch sein. Auch, wenn manche Alpenvereinshütte im Laufe der vergangenen Jahrzehnte enorm aufgerüstet hat.

Die meisten Hütten betreiben die Alpenvereine.
Die meisten Hütten betreiben die Alpenvereine.

Hüttentrekking: Welcher Standard erwartet mich?

Grundlage – und für viele auch Ziel – einer Trekkingtour in den Alpen ist immer noch das einfache Leben. So sollte der Bergwanderer auch mit einfachen Angeboten zufrieden sein und sich freuen, dass er ein Dach über dem Kopf hat und eine warme Mahlzeit bekommt. Wenn die Hütte dann noch mehr bietet, ist das ein Bonus, über den man sich besonders glücklich schätzen kann.

Die Hütten der Alpenvereine bevorzugen ihre Mitglieder. Das bedeutet, wer nicht im Alpenverein ist, zahlt für die Übernachtung deutlich mehr. Anders ist das auf privaten Hütten oder auf den Hütten anderer Vereine, z.B. der Naturfreunde. Letztere sind z.B. in der Schweiz stärker verbreitet. Dort gelten meist die gleichen Preise für jedermann, abgesehen von Ermäßigungen, z.B. für Kinder oder Jugendliche. Mittlerweile gibt es auch sehr viele Hütten, die auf das Wandern mit Kindern reagiert haben. Diese bieten zum Beispiel spezielle Familienzimmer an, haben sogar Spielplätze, Wickeltische, extra Stühle und Essen für kleine Kinder.

Welche Regeln gelten auf Berghütten?

Ob private Hütte oder vereinsbetriebene Hütte, einige Regeln gelten fast überall. Darunter sind Dinge, die für eingefleischte Bergwanderer schon lange selbstverständlich sind: Jeglicher Abfall wird selbst wieder mit ins Tal genommen. Bevor man die Schlafbereiche betritt, zieht man die Bergstiefel aus. Ab 10 Uhr ist Hüttenruhe, da viele Touren ein frühes Aufstehen erfordern und Rücksicht auf andere oberstes Gebot auf Berghütten ist.

Da dieses Thema gerade heutzutage viel Konfliktpotenzial birgt, habe ich an anderer Stelle noch einmal ausführlich über die > Regeln auf Berghütten geschrieben.

Hüttentrekking Monte Rosa: Die höchsten Gipfel im Blick.
Hüttentrekking Monte Rosa: Die höchsten Gipfel im Blick.

Wie buche ich eine Berghütte?

Vor wenigen Jahrzehnten waren die Berghütten in den Alpen noch deutlich weniger frequentiert. Ein Telefonanruf kurz vor der geplanten Tour reichte in der Regel, um einen Platz zu bekommen. Mittlerweile müssen gerade die Hütten, die an attraktiven Trekking-Routen liegen, schon sehr weit im Voraus reserviert werden.

Das geht bei den meisten Hütten immer noch telefonisch. Einige Hütten, besonders die privaten Hütten, lassen auch Reservierungen per E-Mail zu. Ein großer Teil der Alpenvereinshütten hat sich aber mittlerweile Online-Reservierungssystemen angeschlossen, die die Anmeldungen auf den Hütten verwalten. Die haben z.B. den Vorteil, dass man bei einer mehrtägigen Hüttentour zuerst schauen kann, ob wirklich auf allen eingeplanten Hütten noch Platz ist, bevor man alle Unterkünfte reserviert.

Mittlerweile werden meist auch Anzahlungen fällig, da viele Hüttenwirte die Erfahrung gemacht haben, das angemeldete Wanderer letztlich doch nicht kamen. Das war sehr ärgerlich, da unter Umständen andere potenzielle Gäste abgewiesen wurden oder Mahlzeiten vorbereitet wurden die, letztendlich in der Mülltonne landeten. Das ist besonders schlimm, wenn man bedenkt, dass viele Hütten mit dem Helikopter versorgt werden müssen.

Die früher gängige Sitte, unangemeldet auf Berghütten zu erscheinen, ist mittlerweile verpönt und sollte auf Notfälle beschränkt werden.

Hüttentrekking: Allein nur mit viel Bergerfahrung!
Hüttentrekking: Allein nur mit viel Bergerfahrung!

Fazit Hüttentrekking

Insgesamt ist es also nicht ganz so einfach, ein Hüttentrekking in den Alpen zu organisieren. Es lauern einige Haken und Ösen. Wer die vermeiden will und wer noch keine Erfahrung mit Berghütten gesammelt hat, der sollte sich zumindest beim ersten Mal einem Veranstalter für Hüttentrekking anschließen. Hier bekommt man eine gute Einweisung und kann dann selbst entscheiden, ob man die nächste Tour individuell planen will.

Fotos: Wilde Alpentouren

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