Winter-Trekking: Trocken bleiben im Winter

Wie bleiben Kleidung und Schuhe bei eintägigen und mehrtägigen Winterwanderungen und Schneeschuhtouren trocken?

Trocken bleiben auf Wintertouren heißt auch: Nicht zuviel anziehen.
Trocken bleiben auf Wintertouren heißt auch: Nicht zuviel anziehen.

Tipp 1: Erst garnicht nass werden

Um im Winter trocken zu bleiben sollte man zuerst mal versuchen, möglichst wenig nass zu werden. Das klingt banal, ist aber oft garnicht so einfach. Oft zieht man sich im Winter, aus Angst zu frieren, zuviel an. Eine Regel, die sich auch im Sommer bewährt: Beim Losgehen leicht frösteln. Durch die Bewegung wird man dann automatisch warm und ereicht nach 10 Minuten eine angenehme Temperatur.

Wer zuviel anhat, kommt schnell ins Schwitzen, auch im Winter. Daher: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich gleich anziehen. Dafür warme Sachen im Rucksack haben, die man bei jeder Pause sofort über zieht, um nicht zu frieren. Dabei ist es natürlich viel günstiger, wenn das eine warme Jacke ist, statt einem warmen Pullover. Ersrere bekommt man schneller an und aus und kann sie leichter drüber ziehen. Beim Pullover muss man oft erst seine Jacke ausziehen, den Pullover anziehen und die Jacke wieder drüber ziehen. Das kostet Zeit und Energie.

Wenn man dann wieder los geht, sollte man zwar relativ dünne Schichten tragen, die aber sehr atmungsaktiv und windabweisend sein sollten. Denn der Wind ist im Winter meist ein größerer Feind, als die reine Lufttemperatur. Und der Schweiß, der entsteht, sollte möglichst schnell nach außen abdampfen.

Tipp 2: Der eigene Körper als Wäschetrockner

Feuchte Unterwäsche trocknet vor allem im Winter am schnellsten, wenn man sie am Körper trägt. Allerdings kühlt sie dann natürlich durch die Verdunstung aus stark aus. Hier muss man einen Kompromiss finden. Ich ziehe in der Pause auch schon mal ein feuchtes Hemd über alle anderen Kleidungsstücke, um warm zu bleiben und das Hend trotzdem trocken zu bekommen. Noch besser funktioniert das natürlich, wenn man die Pause in der Sonne, am Feuer oder sogar in einer warmen Hütte machen kann.

Ich kann das feuchte T-Shirt natürlich auch direkt am Körper trocken werden lassen. Das kühlt aber stark aus und funktioniert nur, wenn die Schichten darüber alle besonders dampfdurchlässig sind. Die Imprägnierung einer Goretexjacke ist da schon zu dicht.

Feuchte Klamotten im Schlafsack trocknen

Leicht feuchte Unterwäsche oder andere Kleidung kann man auch mit in den Schlafsack nehmen, wenn der warm genug ist. Man kann die dan vielleicht in Höhe der Knie unterbringen oder anderswo, wo man nicht so schnell friert. Die Sachen sollten aber nicht zu nass sein, sonst hat man morgens feuchte Kleidung und zusätzlich einen feuchten Schlafsack.

Tipp 3: Die Trinkflasche als Trockner

Wenn man eine nicht isolierte Trinkflasche wie eine Nalgene- oder Sigg-Flasche dabei hat, kann man sich heiße Getränke wie Tee kochen, diese in die Flasche füllen und das nasse T-Shirt oder die nassen Socken dann darum herum wickeln. Diese Heizung trocknet durch die Wärme sehr gut, und den Tee kann man nicht ganz so heiß auch gut trinken.

Tipp 4: Ein Kleidungs-Set für die Bewegung und eines für die Ruhepausen

Bei sportlichen Betätigungen kommt man in´s Schwitzen, auch im Winter. Sinnvoll ist es, sich einen zweiten Klamottensatz mitzunehmen, den man konsequent nur in den Pausen trägt, in denen man nicht schwitzt. Nach der Pause oder am nächsten Morgen zieht man dann für die Tour seine feuchten Sachen wieder an. Das ist vielleicht zuerst unangenehm, aber bald hat man sich dran gewöhnt, die Klamotten angewärmt und hat immer noch einen trockenen Satz Wäsche im Rucksack.

Weitere Hinweise zum Trocken bleiben

An sonsten gilt natürlich alles, was man im Sommer auch wissen muss. Das Material der Unterwäsche – Microfaser, Wolle, Bambus oder Baumwolle – entscheidet über Wärmehaushalt, Trocknungseigenschaften und Wohlbefinden, aber auch der Schnitt der Kleidung, der nicht zu weit und nicht zu eng sein sollte. Das Zwiebelprinzip ist im Winter sogar noch wichtiger, als im Sommer …

Übrigens …

… wenn man auf Tour mit dem Treocken bleiben kämpft, kann Daune kontraproduktiv sein. Wenn die feucht wird, klumpt sie und wärmt nicht mehr gut. In solchen Fällen ist eine Funstfaserfüllung oft überlegen.

Zum Trocken beiben in den Schuhen habe ich mich hier geäußert.