Donauradweg Passau – Wien: Die erste Etappe von Passau über Obernzell zur Schlögener Schlinge

Knapp 330 Kilometer begleitet der Donauradweg den Fluss von Passau bis Wien – damit zählt die Strecke zu den bekanntesten Radfernwegen Europas. Das Profil ist fast durchgehend eben, die Wege sind überwiegend asphaltiert und sehr gut ausgebaut, und die Ausschilderung folgt als Teil der EuroVelo-Route 6 einem durchgehenden System. Wenn du dir fünf bis sechs Tage Zeit nimmst, kannst du die Tour entspannt in Tagesetappen fahren und hast trotzdem Muße für die Sehenswürdigkeiten am Ufer. Bereits die erste Etappe hat es in sich: Sie führt aus der Dreiflüssestadt Passau durch das Durchbruchstal der Donau am Rand des Bayerischen Waldes, durch den Markt Obernzell und weiter bis zur Schlögener Schlinge in Oberösterreich.

Radweg am alten Main-Donau-Kanal bei Neumarkt in der Oberpfalz
Radfahrer auf dem Donauradweg

Der Donauradweg Passau – Wien im Überblick

Je nach Quelle und Zählweise – etwa dem bikeline Radtourenbuch Donau-Radweg 2 – wird die Gesamtlänge der Strecke mit 325 bis 330 Kilometern angegeben. Üblich ist eine Aufteilung in fünf bis sechs Tagesetappen, bei denen pro Tag zwischen 50 und 70 Kilometer anfallen. Geübte Radfahrerinnen und Radfahrer können die Tagesabschnitte auch auf jeweils 100 bis 120 Kilometer strecken und die Tour sportlich in drei Etappen fahren – für eine erste Radreise oder eine Tour mit Gepäck ist die ruhigere Variante aber die bessere Wahl.

Charakteristisch für den Donauradweg ist das sanfte Profil: Nennenswerte Steigungen gibt es so gut wie nicht, der Weg verläuft fast immer direkt am Fluss oder in unmittelbarer Ufernähe. Der Wegzustand wird durchgehend als überwiegend sehr gut beschrieben, und auch die touristische Infrastruktur ist auf Radreisende eingestellt. In nahezu jedem Ort entlang der Strecke gibt es Unterkünfte, Einkehrmöglichkeiten und Einkaufsgelegenheiten. Die beste Reisezeit liegt zwischen dem späten Frühjahr und dem frühen Herbst, wobei die Monate Mai, Juni und September als besonders angenehm gelten, weil es dann weniger voll ist als in den Sommerferien.

Die erste Etappe: von Passau über Obernzell zur Schlögener Schlinge

Der Startpunkt Passau ist selbst schon einen Tag Aufenthalt wert: An der Spitze der Halbinsel zwischen Donau und Inn fließt mit der Ilz ein dritter Fluss hinzu, und der barocke Stadtkern mit dem Dom liegt direkt am Weg. Von hier aus geht es flussabwärts ins enge Donautal, wo sich der Strom zwischen den bewaldeten Hängen des Bayerischen Waldes hindurchwindet. Nach rund 17 bis 18 Kilometern erreichst du Obernzell, einen Markt mit einem hübschen Ortskern direkt am Ufer – ein naheliegender Punkt für eine längere Pause oder die erste Übernachtung.

Eine konkrete Unterkunftsoption auf dieser Etappe ist das Landhotel Donaublick (erreichbar unter landhotel-donaublick.de), das oberhalb von Obernzell am Matzenberg liegt. Der kurze Aufstieg vom Ufer hinauf zum Haus wird mit einem Panoramablick über das Donautal belohnt, der dem Hotel seinen Namen gegeben hat. Zur Ausstattung gehören eine Panoramaterrasse, die auch für Tagesgäste geöffnet ist, sowie ein Restaurant mit regionaler, gutbürgerlicher Küche. Wer hier einkehrt oder übernachtet, hat die ersten Kilometer der Tour bereits in den Beinen – und am nächsten Morgen nur eine kurze Abfahrt zurück an den Radweg.

Hinter Obernzell folgt mit der Staustufe Jochenstein das letzte deutsche Donaukraftwerk vor der österreichischen Grenze. Beachte, dass die Überquerung der Staustufe mit dem Rad nur zu bestimmten Zeiten möglich ist und über eine steile Treppe mit zahlreichen Stufen führt – plane dafür etwas Zeit ein und informiere dich vor der Tour über die aktuellen Bedingungen.

Auf österreichischer Seite geht es weiter zum Stift Engelszell, das als einziges Trappistenkloster Österreichs gilt und einen Besichtigungsstopp lohnt. Das Etappenziel ist die Schlögener Schlinge, eine markante Flussschleife, in der die Donau in einer fast 180-Grad-Kehre ihre Richtung wechselt. Insgesamt bringt die erste Etappe je nach gewähltem Tagesziel etwa 40 bis 50 Kilometer zusammen – ein moderater Auftakt, der noch Raum für Pausen lässt.

Der Donauradweg schlängelt sich am Ufer entlang durch das enge Donautal bei Obernzell
Grüne Hänge über der Donau

Obernzell und der Donausteig – Radweg und Wanderweg kombinieren

Die Region um Obernzell ist nicht nur für Radfahrer interessant. Parallel zum Donauradweg verläuft der Donausteig, ein Wanderweg, der der Donau über rund 450 Kilometer von Passau über Linz bis nach Grein folgt. Anders als der Radweg führt er häufig über die Höhenzüge beidseits des Flusses und eröffnet damit Ausblicke ins Tal, die vom Ufer aus verborgen bleiben. Die steilen, bewaldeten Hänge entlang der Donau – die sogenannten Donauleiten – gehören zu den landschaftlich reizvollsten Abschnitten.

Für eine Kombination aus Radfahren und Wandern bietet sich Obernzell geradezu an: Ein Einstieg in den Donausteig liegt in unmittelbarer Nähe des Ortes, sodass du einen Tag im Sattel und den nächsten zu Fuß verbringen kannst. Auch das Landhotel Donaublick versteht sich seiner Lage entsprechend als Ausgangspunkt für Wandertouren in Richtung Donausteig und Bayerischer Wald. Praktisch ist dabei das Konzept der Donaurunden: Einige Wanderungen im Hinterland sind als Rundtouren angelegt und führen wieder zum Ausgangspunkt zurück – ideal, wenn das Rad am Quartier bleibt. Wer länger in der Region bleibt, kann zudem Ausflüge in den Nationalpark Bayerischer Wald oder nach Passau unternehmen, das nur rund 20 Kilometer entfernt liegt.

Praktische Tipps für die erste Etappe ab Passau

Die erste Etappe lässt sich gut vorbereitet an einem Tag bewältigen – mit diesen Hinweisen läuft die Planung noch glatter:

  • Anreise: Passau ist per Bahn gut erreichbar, die Fahrradmitnahme ist in vielen Zügen möglich. Reserviere den Stellplatz in der Hauptsaison frühzeitig.
  • Streckenzustand: Der Abschnitt ist überwiegend asphaltiert und auch für Tourenräder und Trekkingbikes problemlos geeignet.
  • Einkehr und Rast: In Obernzell gibt es gastronomische Angebote direkt am Ufer; oberhalb des Marktes lädt die Panoramaterrasse des Landhotels Donaublick mit Blick auf die Donau zu einer Pause ein.
  • Staustufe Jochenstein: Die Überquerung ist zeitlich eingeschränkt und führt über eine steile Treppe – ein beladenes Gepäckrad trägst du hier besser zu zweit.
  • Saison: Von April bis Oktober ist die Strecke voll erschlossen; außerhalb der Saison können einzelne Einkehr- und Übernachtungsangebote eingeschränkt sein.

Wer mit Gepäck unterwegs ist, findet entlang des Donauradwegs zudem etablierte Gepäcktransportangebote, bei denen die Taschen von Quartier zu Quartier gebracht werden.

Und danach? Der Blick flussabwärts

Nach der Schlögener Schlinge bleibt der Donauradweg seinem Charakter treu: Weiter geht es über Aschach und das Stift Wilhering nach Linz, später durch den Strudengau nach Grein und schließlich durch die Weinorte der Wachau mit dem Stift Melk als bekanntem Wahrzeichen. Bis Wien bleibt es flach und gut beschildert – wer die erste Etappe einmal gefahren ist, weiß, warum diese Route so viele Radreisende immer wieder anzieht.