Mit einer Jugendgruppe oder Schulklasse zu wandern stellt etwas andere Anforderungen als eine Wanderung mit der Familie oder mit ein paar Freunden. Natürlich brauchen die Kinder und Jugendlichen vernünftige Wanderschuhe, passende Wanderbekleidung, einen Rucksack und Regenzeug. Bei einer mehrtägigen Tour kommen Schlafsack, Isomatte und gegebenenfalls weitere Ausrüstung für die Übernachtung hinzu.
Auf diese grundlegende Wanderausrüstung möchte ich hier aber nicht näher eingehen. Was man zum Wandern grundsätzlich benötigt und worauf beispielsweise bei Wanderschuhen, Rucksack oder Regenbekleidung zu achten ist, habe ich bereits an anderer Stelle beschrieben. Interessanter sind beim Wandern mit einer Jugendgruppe die vielen kleinen Dinge, die darüber hinaus den Alltag unterwegs erleichtern können. Hier ein paar Tipps dazu …
In Jugendgruppen Gepäck kennzeichnen
Je größer die Gruppe, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann jemand vor einem falschen Rucksack steht. Besonders in Jugendherbergen, Hütten oder anderen Gemeinschaftsunterkünften sehen Gepäckstücke oft ähnlich aus. Und oft müssen auch die Betreuer oder Lehrer die Möglichkeit haben, das Gepäck den einzelnen Jugendlichen zuzuordnen. Personalisierte Namensschilder am Rucksack oder ein klassischer Gepäckanhänger können deshalb sehr praktisch sein.

Das gilt auch für Schlafsackhüllen, kleine Taschen und andere Gepäckstücke. Gerade jüngere Kinder erkennen ihre eigenen Sachen häufig schneller an einem persönlichen Anhänger oder einem auffälligen Motiv als an anderen Attributen.
Bei einer Gruppenreise können deshalb auch personalisierte Namensschilder an kleineren Gepäckelementen sinnvoll sein. Sie sind nicht zwingend notwendig, ersparen aber durchaus den einen oder anderen Verlust oder die eine oder andere Suchaktion.
Handtücher nicht verwechseln
Ein ähnliches Problem gibt es bei Handtüchern. In einer Unterkunft liegen irgendwann zahlreiche Handtücher herum oder im Trockenraum sind die Wäscheleinen überfüllt und nicht immer ist auf den ersten Blick zu erkennen, welches Handtuch zu wem gehört.
Personalisierte Handtücher können hier eine einfache Lösung sein. Ein aufgedruckter Name, ein individuelles Motiv oder einfach eine auffällige Kennzeichnung machen die Zuordnung leichter. Gerade bei Kindern kann es außerdem helfen, wenn persönliche Gegenstände eindeutig und unverwechselbar sind. Und wenn das Handtuch vielleicht noch mit einem Lieblingsmotiv des Jugendlichen bedruckt sind, passt er oder sie bestimmt besser darauf auf.
Natürlich muss ein Handtuch nicht unbedingt personalisiert sein. Ein Namensschild oder eine andere Kennzeichnung erfüllt denselben Zweck. Entscheidend ist, dass am Ende jeder sein eigenes wiederfindet.
Brotdose für die Verpflegung der Jugendgruppe
Für die Verpflegung während der Wanderung ist eine Brotdose oft praktischer als mehrere einzeln verpackte Lebensmittel. Ein belegtes Brot, Obst oder ein kleiner Snack bleiben darin besser geschützt, werden im Rucksack nicht so leicht zerdrückt und hinterlassen ihre Spuren nicht an anderen Gepäckteilen.
Für Gruppenwanderungen haben wiederverwendbare Dosen außerdem den Vorteil, dass weniger Verpackungsmüll entsteht. Bei einer größeren Gruppe kann sich das durchaus bemerkbar machen.
Eine personalisierte Brotdose ist dabei kein Muss, kann aber eine ganz praktische Sache sein. Wenn fünfzehn mehr oder weniger gleiche Dosen auf dem Tisch stehen, ist oft nicht klar, wem welche gehört.
Trinkflasche
Auch eine vernünftige Trinkflasche gehört zur persönlichen Ausrüstung. Wichtig sind vor allem ein zuverlässiger Verschluss (die praktisch scheinenden Patentverschlüsse sind oft undicht) und eine ausreichende Größe. Bei längeren Wanderungen sollte vorher geklärt werden, wo unterwegs Wasser nachgefüllt werden kann.
Bei Kindern und Jugendlichen sollte man nicht unbedingt voraussetzen, dass alle daran denken, regelmäßig zu trinken. Gerade bei warmem Wetter kann es sinnvoll sein, bei Pausen gemeinsam etwas zu trinken.

Eine eindeutig erkennbare oder personalisierte Flasche hat auch hier einen kleinen organisatorischen Vorteil: Verwechslungen werden vermieden. Noch wichtiger ist allerdings, dass jeder Teilnehmer seine Flasche tatsächlich dabeihat.
Kleine Spiele für unterwegs
Eine Jugendgruppenwanderung besteht nicht nur aus Wandern. Spätestens bei längeren Pausen oder am Abend in der Unterkunft kann es sinnvoll sein, ein paar Beschäftigungsmöglichkeiten dabeizuhaben.
Viel Platz benötigen solche Dinge nicht. Ein Kartenspiel, Würfel, ein kleines Reisespiel oder ein paar Rätsel können ausreichen. Auch Spiele, für die überhaupt kein Material benötigt wird, eignen sich gut für Wandergruppen. Dazu gehören beispielsweise Wortspiele, kleine Quizfragen oder Aufgaben zur Naturbeobachtung. Das sollte aber im Vorfeld überlegt werden, damit man bei Bedarf schnelle ein paar Vorschläge parat hat.
Man kann solche Spiele auch direkt mit der Wanderung verbinden: Wer entdeckt zuerst eine bestimmte Pflanze? Welche Geräusche sind gerade zu hören? Welche Tiere oder Spuren lassen sich finden? So wird aus einer langweiligen Wartezeit schnell eine kleine zusätzliche Aufgabe.
Kleine praktische Helfer
Einige Dinge sollten vor allem die Betreuer beziehungsweise die gesamte Gruppe dabeihaben. Dazu gehören eine angemessene Erste-Hilfe-Ausrüstung, u.a. mit Zeckenzange, Pflaster und Blasenpflaster. Oft braucht man die Genehmigung der Eltern, dass man als Betreuer oder Lehrer z.B. Zecken beim Kind entfernen darf. Gerade bei einer Gruppe sollte außerdem vorher geklärt sein, wer die Gemeinschaftsausrüstung wie Erste-Hilfe-Material trägt und wo sie im Notfall schnell zu finden sind.
Praktisch sind auch ein paar kleine Müllbeutel oder Zip-Beutel. Darin kann man beispielsweise nasse Socken, verschmutzte Kleidung oder angebrochene Lebensmittel transportieren. Eine kleine Stirnlampe kann ebenfalls nützlich sein, selbst wenn eigentlich keine Nachtwanderung geplant ist.
Bei einer mehrtägigen Tour kann außerdem eine kleine Wäscheleine mit einigen Klammern gute Dienste leisten. Viel Platz nimmt sie nicht weg, und nasse Handtücher oder Kleidungsstücke lassen sich damit zumindest vorübergehend aufhängen. Mit den Wäscheklammern kann man auch nasse Kleidung zum Trocknen am Rucksack befestigen.
Nicht zu viel einpacken
Bei all diesen zusätzlichen Dingen sollte man allerdings darauf achten, dass der Rucksack nicht unnötig schwer wird. Gerade bei Kindern ist jedes zusätzliche Gramm zu bedenken.
Deshalb würde ich nicht versuchen, für jede denkbare Situation etwas einzupacken. Sinnvoller sind wenige leichte Dinge, die im Gruppenalltag tatsächlich einen Nutzen haben: eine gut erkennbare Trinkflasche, eine Brotdose, eine Kennzeichnung für das Gepäck, ein Handtuch und vielleicht ein kleines Spiel.
Vieles davon klingt zunächst nach Kleinkram. Bei einer größeren Jugendgruppe können gerade diese Kleinigkeiten aber einen Unterschied machen. Wenn niemand nach seinem Rucksack oder Handtuch suchen muss, die Verpflegung ordentlich verstaut ist und für die Pause oder den Abend ein Spiel zur Hand ist, läuft eine gemeinsame Wanderung einfach etwas unkomplizierter ab.
Und genau darum geht es bei zusätzlicher Ausrüstung für Jugendgruppen: Nicht möglichst viel mitzunehmen, sondern die Dinge dabeizuhaben, die den gemeinsamen Alltag unterwegs einfacher machen. Denn wie immer bei der Ausrüstung zum Wandern gilt: So viel wie nötig und so wenig wie möglich.