Kaum ein Wandergebiet in den Dolomiten bietet auf so engem Raum so viele Gegensätze wie das Schlerngebiet. Sanfte Almwiesen, schroffe Felswände und ein weites Hochplateau lassen sich hier an einem Tag erleben, und die Routen eignen sich für Einsteiger ebenso wie für erfahrene Bergwanderer.

Der Schlern als Wahrzeichen Südtirols
Der Schlern prägt das Landschaftsbild rund um Seis wie kein zweiter Berg. Sein markanter Felsstock ist schon aus großer Entfernung zu erkennen und gilt als eines der bekanntesten Ziele für Bergwanderer in Südtirol. Oben erwartet ein ausgedehntes Hochplateau, auf dem das Schlernhaus als Einkehrmöglichkeit dient.
Der Aufstieg verlangt Trittsicherheit und Kondition, wird aber mit weiten Ausblicken auf die umliegenden Dolomitengipfel belohnt. Wer früh startet, hat den Gipfelbereich oft noch für sich und kann die Stille auf der Hochfläche genießen. Bei wechselhaftem Wetter empfiehlt sich ein flexibler Plan, denn Nebel und Gewitter ziehen im Hochgebirge schnell auf.
Standort Seis: kurze Wege in die Berge
Als Ausgangspunkt für mehrtägige Touren bietet sich ein charmantes Hotel im Bergdorf Seis am Schlern an, denn von hier ist die Seiser Alm innerhalb weniger Minuten erreichbar. Das Haus liegt am Fuß des Hochplateaus oberhalb von Gröden und ist ganzjährig geöffnet und verfügt über einen großen Park. Von der Unterkunft führen Wanderwege direkt hinauf Richtung Schlern.
Die Dolomiten zählen seit 2009 zum UNESCO-Welterbe, und das Schlerngebiet gehört zu den eindrucksvollsten Teilen dieser Landschaft. Für die Planung lohnt es sich, die Etappen so zu legen, dass Gipfeltage und ruhigere Almwanderungen sich abwechseln. So bleibt genug Energie für die anspruchsvolleren Abschnitte.
Seiser Alm: Wandern auf Europas größter Hochalm
Die Seiser Alm gilt als größte Hochalm Europas und bietet Wanderern ein dichtes Netz aus breiten, gut markierten Wegen. Viele Routen verlaufen mit nur geringen Steigungen über offene Wiesen, vorbei an Almhütten, auf denen regionale Südtiroler Küche serviert wird. Das macht die Hochfläche zu einem idealen Gebiet für Familien und für Tage, an denen die Beine Erholung brauchen.
Anspruchsvoller wird es an den Rändern der Alm. Die Rosszahnscharte und die Hexenstühle, bizarre Felsformationen am Rand des Schlerngebiets, führen auf schmaleren Pfaden durch alpines Gelände. Dort gelten klare Regeln für die Ausrüstung: feste Bergschuhe, wetterfeste Kleidung, ausreichend Wasser und eine aktuelle Karte oder ein zuverlässiges Navigationsgerät.
Für Wanderungen auf der Seiser Alm gilt außerdem, die Tageszeiten zu beachten. Am Vormittag sind die Wege meist ruhiger, am Nachmittag steigt die Zahl der Tagesgäste. Wer die Tour geschickt legt, wandert abseits des größten Andrangs und erreicht die Hütten zur Mittagspause mit gutem Gefühl für die verbleibende Strecke.
Mountainbike und Rad: Abwechslung neben dem Wandern
Neben dem Wandern spielt Radfahren im Schlerngebiet eine wichtige Rolle. Mountainbiker finden Strecken verschiedener Schwierigkeitsgrade, von gemütlichen Almrunden bis zu fordernden Anstiegen mit anschließender Abfahrt. Eine Kombination aus Wandertag und Radtag eignet sich gut, um die Region aus zwei Perspektiven kennenzulernen.
Wichtig ist die Rücksicht auf Fußgänger. Auf schmalen Wegen und in der Nähe von Hütten gilt Schrittgeschwindigkeit, und Wanderer haben Vorrang. Wer rechtzeitig klingelt oder anspricht, vermeidet brenzlige Situationen und sorgt für ein entspanntes Miteinander auf den beliebten Routen.
Neben Wandern und Radfahren bietet die Umgebung weitere Aktivitäten, etwa Reiten, Golf oder Gleitschirmfliegen, und auch ein Bad im Völser Weiher bringt an warmen Tagen willkommene Abkühlung nach einer langen Tour.
Jahreszeiten und Planung
Die beste Zeit für Touren liegt zwischen Juni und Oktober, wenn die Wege schneefrei sind und die Almhütten geöffnet haben. Im Herbst zeigt sich die Landschaft in warmen Farben, die Luft ist klar und die Sicht auf die Dolomiten oft besonders gut. Frühsommer eignet sich für Almblumen und frisches Grün, während der Hochsommer die längsten Tage bietet.
Auch im Winter ist die Region aktiv: Winterwandern und Schneeschuhtouren führen durch verschneite Landschaften, und ein kostenloser Skibus bringt Gäste zu den Liften. Wer mehrere Tage plant, sollte Wetterberichte vorab prüfen, Ausrüstung kontrollieren und Etappen großzügig kalkulieren, damit genug Zeit für Pausen, Fotostopps und spontane Aussichtspunkte bleibt.
Siehe auch …
… den Beitrag Wandern, Trekking Radfahren auf der Seiseralm