Herbstwandern bei Oberstdorf: Warum der Oktober im Allgäu die schönste Zeit ist

Herbstwandern in Oberstdorf
Herbstwandern in Oberstdorf (Oliver Hlavaty – stock adobe com)

Wenn die Sommerferien vorbei sind und der erste Schnee noch auf sich warten lässt, zeigt sich Oberstdorf von seiner stillsten Seite. Die Wege in den Allgäuer Alpen werden leerer, die Luft klarer, und das Licht legt eine warme Goldfarbe über Lärchen, Almwiesen und Felswände. Gerade für Wanderer, die Fernsicht, Platz auf dem Gipfel und moderate Temperaturen schätzen, ist dieser Monat besonders lohnend.

Wo es sich gut wohnt und gut startet

Für Touren in den Allgäuer Bergen zählt eine Unterkunft, von der aus Bahnhof, Bergbahnen und Wanderbusse schnell erreichbar sind. Wer abends nach acht Stunden Weg noch einmal lange fahren muss, erlebt den Tag anders als jemand, der vom Wanderweg direkt in den Ruheraum wechselt. Ein Hotel in Oberstdorf wie das Filser (Werbung) liegt ruhig und doch mitten im Ort, bietet ein Hallenbad, zwei Saunen und im Aktivprogramm geführte Wanderungen. Wer nach der Tour mit Hund unterwegs ist, findet dort zudem ein Haus, das Vierbeiner ausdrücklich willkommen heißt.

Für Gäste, die nicht jede Route selbst planen möchten, sind geführte Touren eine Erleichterung. Ortskundige Begleiter kennen Wetterlagen, Abkürzungen und Rastplätze, erklären Bergnamen und erleichtern den Einstieg in alpines Gelände, ohne dass die Karte ständig in der Hand liegt.

Drei Touren für den Herbst

Eine klassische Einsteigerrunde führt von Oberstdorf in die Breitachklamm, wo das Wasser durch enge Felsen tost. Etwas anspruchsvoller ist der Weg von der Nebelhornbahn über den Höhenweg, der weite Ausblicke auf das Gipfelpanorama der Allgäuer Alpen bietet, wenn die Fernsicht klar ist. Wer lieber sanft unterwegs bleibt, wählt Talwanderungen durch das Stillachtal, vorbei an Wiesen, Bauernhöfen und Weiden, auf denen im Frühherbst Kühe von den Almen zurückkehren.

Ebenso lohnend ist ein Ausflug in Richtung Einödsbach, den südlichsten Weiler Deutschlands. Die Strecke verläuft fast eben durch ein stilles Seitental und eignet sich gut als erste Tour nach der Anreise oder als lockerer Ausklang am letzten Tag.

Für Wanderer mit mehr Kondition bieten sich Tagestouren an, bei denen Höhenmeter und Gipfelblick im Mittelpunkt stehen. Die Gehzeiten sollten dann mit einem Puffer geplant werden, denn im Herbst sind Pausen kürzer, und kalte Winde auf Graten verleiten kaum zum Verweilen. Eine Brotzeit aus dem Rucksack, ein Tee in der Thermoskanne und ein warmer Pulli für die Rast machen Gipfeltage deutlich gemütlicher.

Ausrüstung für Wetterumschwünge

Im Gebirge kann das Wetter im Herbst innerhalb einer Stunde kippen. Eine wasserdichte Jacke, eine warme Mütze, Handschuhe und eine Schicht Merinowolle gehören daher in jeden Rucksack, auch bei strahlendem Sonnenschein am Morgen. Feste Schuhe mit gutem Profil sind auf nassem Laub und Wurzeln wichtiger als Leichtigkeit. Wanderstöcke entlasten die Knie bei Abstiegen und helfen auf matschigen Passagen.

Zur Sicherheit zählen außerdem Kartenmaterial oder eine Offline-Navigation, eine Stirnlampe, Erste-Hilfe-Set und ausreichend Wasser. Da die Tage kürzer werden, sollte die Rückkehr rechtzeitig vor der Dämmerung eingeplant werden. Wer die Bergbahnzeiten prüft, vermeidet böse Überraschungen am Abend. Ebenso wichtig ist, die Tour der eigenen Tagesform anzupassen und im Zweifel eine kürzere Variante zu wählen. Der Berg bleibt auch morgen noch stehen, und jede Umkehr aus Vernunft ist ein Gewinn an Sicherheit.

Regeneration nach dem Weg

Nach langen Touren lohnt es sich, Muskeln und Gelenke bewusst zu entlasten. Warmes Wasser, Saunagänge und Dehnübungen lösen Verspannungen, und ein ausgiebiges Abendessen füllt die Speicher auf. Wer morgens beim Frühstück nicht hetzt, startet entspannter in den nächsten Tag und kann die Tour auf das Wetter abstimmen. Hilfreich ist ein Blick auf die Prognose am Vorabend, ergänzt durch eine Rückfrage bei Bergbahn oder Tourist-Information, ob Wege gesperrt sind oder schon Schnee liegt. Wer einen Ruhetag einplant, nutzt ihn für ein Bad im Hallenbad, einen Bummel durch den Ort oder einen Besuch einer Käserei, denn auch kulinarisch hat das Allgäu mit Bergkäse und Kässpatzen einiges zu bieten. Auch ein später Lunch mit Blick auf die Berge gehört dazu, denn im Oktober zeigt sich das Panorama oft in seiner klarsten Form.