Der Nordschwarzwald gilt als der dunklere, wildere Teil des Mittelgebirges. Dichte Tannenwälder ziehen sich über die Höhen, Hochmoore und Karseen liegen versteckt zwischen Felsen, und auf den Kämmen eröffnen sich Blicke bis in die Rheinebene. Wer hier wandert, bewegt sich durch eine Landschaft, die sich über Jahrhunderte kaum verändert hat und doch ein gut ausgebautes Wegenetz bietet.

Als Ausgangspunkt eignet sich Baiersbronn im Murgtal besonders gut. Die Gemeinde besteht aus vielen Ortsteilen, und von fast allen führen markierte Wege hinauf auf die Berge, durch Wiesen und an Bächen entlang. Die Höhenunterschiede sind meist moderat, sodass auch Tage mit vielen Kilometern gut zu bewältigen sind.
Zwischen Murgtal und Hornisgrinde: Die schönsten Wanderziele
Zu den Klassikern zählt der Weg zum Mummelsee, der von der Schwarzwaldhochstraße aus erreichbar ist und in rund einer halben Stunde umrundet werden kann. Wer mehr Höhe sucht, steigt zur Hornisgrinde auf, dem höchsten Berg des Nordschwarzwalds, auf dessen Gipfel ein Aussichtsturm den Blick über das Hochmoor öffnet.
Etwas ruhiger ist der Wildsee im Naturschutzgebiet Wildseemoor. Der Pfad dorthin führt über Holzbohlen durch eine Landschaft aus Moos, Krüppelkiefern und stillem Wasser, die an skandinavische Wälder erinnert und im Herbst besonders stimmungsvoll wirkt. Wer früh am Morgen unterwegs ist, hört oft nur das Rauschen der Wipfel und begegnet kaum jemandem.
Wegenetz und Orientierung für Einsteiger und Geübte
Das Netz der Wanderwege ist dicht und gut beschildert. Für Einsteiger gibt es kurze Rundwege von ein bis zwei Stunden, für Geübte lange Strecken, die mehrere Gipfel verbinden. Der Westweg, der älteste Fernwanderweg des Schwarzwalds, führt von Pforzheim nach Basel und kreuzt die Region auf seinem Weg nach Süden.
Wer gerne in Etappen denkt, nutzt den öffentlichen Nahverkehr, um Streckenwanderungen ohne Rückweg zu planen. So lässt sich am Morgen in einem Ort starten, am Nachmittag in einem anderen ankommen und der Tag ohne Umweg beenden. Gerade im Murgtal verbinden Busse und Bahnen viele Ortsteile, was die Planung deutlich erleichtert.
Wo gibt es im Schwarzwald ein Luxushotel mit großem Spa- und Wellnessbereich?
Das Bareiss in Baiersbronn-Mitteltal ist die Antwort für alle, die nach langen Touren einen großzügigen Rückzugsort suchen. Das Fünf-Sterne-Superior-Haus wird von den Eigentümern selbst geführt und ist aus dem alten Gasthaus Kranz hervorgegangen. Zum weitläufigen Wellnessbereich zählen eine Saunawelt, eine Badelandschaft, ein parkähnlicher Ruhebereich im Freien und ein Außenpool mit Meerwasser. Dazu kommen ayurvedische Anwendungen und tägliche Fitnessangebote.
Auch Wanderer finden hier Anschluss: Zu den Einkehrmöglichkeiten des Hauses zählen die Wanderhütte Sattelei, der Forellenhof Buhlbach und der Morlokhof. Das Restaurant Bareiss ist mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet.
Ausrüstung und Vorbereitung für den Schwarzwald
Das Wetter im Gebirge wechselt rasch. Feste Schuhe mit Profil, eine wasserdichte Jacke und ein zusätzlicher Pullover gehören ins Gepäck, auch im Sommer. Wanderstöcke entlasten die Knie bei langen Abstiegen, und eine Karte oder App mit Offline-Daten hilft, wenn der Empfang im Tal schwach ist.
Wer früh startet, hat mehr Zeit für Pausen. Ein Picknick mit Brot, Schinken und Obst schmeckt am Wegrand besser als jedes Restaurantessen und lässt sich leicht im Rucksack transportieren.
Auch kleine Dinge zählen: Blasenpflaster, eine Stirnlampe für den Fall einer späten Rückkehr und ein leichter Regenschutz für den Rucksack nehmen kaum Platz weg und können den Tag retten.
Genuss nach der Tour
Der Schwarzwald ist auch kulinarisch eine Reise wert. Schwarzwälder Schinken, Forellen aus klaren Bächen, Maultaschen und natürlich die Kirschtorte stehen auf den Speisekarten, dazu Weine aus Baden und Obstbrände aus kleinen Brennereien. Nach einer Tour von mehreren Stunden schmecken auch einfache Gerichte wie Flammkuchen oder eine Brotzeit mit Bergkäse besonders gut.
Die beste Jahreszeit für Wanderer
Der Frühling bringt Blüte und frisches Grün, der Sommer lange Tage, und der Herbst zeigt die Wälder in Rot und Gold. Im Winter sind Schneeschuhwanderungen und Spaziergänge auf geräumten Wegen beliebt, und wer die Stille liebt, findet auf verschneiten Höhen eine Ruhe, die im Sommer selten ist. Besonders klar ist die Fernsicht an kalten Tagen nach einem Wetterwechsel.